Kay Wuschek Kay Wuschek

Intendant, Regie

 

Kay Wuschek (* 1963 in Aschersleben) ist deutscher Theaterregisseur, Dramaturg und Intendant des THEATER AN DER PARKAUE - Junges Staatstheater Berlin, Vizepräsident des deutschen Zentrums des Internationalen Theaterinstituts (ITI), Mitglied im Ausschuss für künstlerische Fragen im Deutschen Bühnenverein und im Rat für die Künste in Berlin.

Werdegang

Von 1986 bis 1991 studierte Kay Wuschek an der Humboldt-Universität zu Berlin Theaterwissenschaften und Kulturelle Kommunikation.

Bereits während des Studiums übernahm er die Leitung des Hoftheaters Prenzlauer Berg in Berlin und arbeitete als Dramaturg und Regieassistent am bat Berlin und am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin.

1990 - 1999
Von 1990 bis 1999 arbeitete Wuschek an den „Freien Kammerspielen Magdeburg“ als Dramaturg, Autor, Übersetzer und Regisseur.

In dieser Zeit inszenierte er unter anderem den heutigen Kindertheaterklassiker „Schule mit Clowns“ von Friedrich Karl Waechter, sowie den Nachfolger „Ausflug mit Clowns“. Außerdem führte Wuschek Regie bei „Die Liebe zu den drei Orangen“ von Carlo Gozzi und „MEDEAmomente“ nach Euripides, Grillparzer, Corneille und andere.

Von 1991 bis 2000 leitete Kay Wuschek das freie  Projekt „theater 2.fall“ in Magdeburg in dessen Rahmen er unter anderem „Wir Afrikaner – Szenen aus dem Deutschen Hinterland“ nach Peter Lettow-Vorbeck, Wissmann und anderen, „Blaubart“ von Georg Trakl, „Kleistfragment“ von Stefan Schütz, welches er bereits am Hoftheater Prenzlauer Berg zur Uraufführung brachte. Weitere Inszenierungen waren „Die Gäste“ von Stanislaw Przybyszewski, und „Miß Sara Sampson“ von G.E. Lessing inszenierte sowie „Puppenspiel“ von Franz Jung und „Die Geschichte von Ak und der Menschheit" von Jefin D. Sosulja zur Uraufführung brachte.

1994 inszenierte er Heiner Müllers „Der Auftrag“ als russische Erstaufführung am THEATER KNAM in Komsomolsk na Amure in Russland und 1997 als arbeitete er als Regisseur der GROUP O in Paris und inszenierte „Barbe bleu“ von George Trakl in eigener Übersetzung mit Isabelle Croizat.

1999 - 2005

1999 bis 2000 war er Dramaturg des „Faust-Projekts“ unter der Leitung Peter Steins, anlässlich der Expo 2000 in Hannover unter anderem mit Bruno Ganz als Faust.

Anschließend arbeitete als Leitender Dramaturg zwei Spielzeiten am Thalia Theater Halle und in der gleichen Zeit als Schauspieldozent im Studio Leipzig am Schauspiel Leipzig.

2003 inszenierte Wuschek am Landestheater Tübingen (LTT) „Anfang und Ende“ nach „Geschichten aus dem Sanatorium“ von Bruno Schulz und brachte „Fichte“ von Katharina Gericke zur Uraufführung.

Von 2003 bis 2005 arbeitete Wuschek als Dramaturg und Regisseur am Stadttheater Aachen und inszenierte dort Peer Wittenbols deutsche Erstaufführung „Kolostrum“ und Kai Hensels „Welche Droge passt zu mir?“

Seit 2005

Seit 2005 leitet er das THEATER AN DER PARKAUE in Berlin-Lichtenberg, das größte und einzige staatliche Kinder- und Jugendtheater in Deutschland.
Das zu DDR-Zeiten renommierte „Theater der Freundschaft“ wurde 1991 zum „carrousel Theater an der Parkaue“. Mit der Übernahme Kay Wuscheks, als Intendant, Karola Marsch als Leitende Dramaturgin und Sascha Bunge als Oberspielleiter wurde das Haus unter dem Logo des Flugzeugs zum Zentrum künstlerischer Vielfalt und trägt seit 2005 den Namen THEATER AN DER PARKAUE.

Im Oktober 2013 wurde Kay Wuscheks Vertrag als Intendant des TEHATER AN DER PARKAUE vorzeitig bis 2020 verlängert.
Seit 2013 befindet sich die Parkaue unter seiner Leitung im Teilsanierungsprozess, durch den unter anderem auch die Bühne 1 barrierefrei zu erreichen sein wird und neu bestuhlt werden kann.
Um alle Maßnahmen umzusetzen, wird das THEATER AN DER PARKAUE in der Spielzeit 2015/16 den Prater der Volksbühne im Prenzlauer Berg als Ersatzspielstätte nutzen können.

Engagement

Seit 2000 engagiert sich Kay Wuschek auch als Jurymitglied und Mitglied verschiedenster Institutionen.
Zum Beispiel war er 2002 Mitglied der Jury für den Deutschen Kinder- und Jugendtheaterpreis. 2004/2005 war er Mitorganisator und Mitglied der künstlerischen Leitung der flämisch-niederländisch-deutschen „TheaterAutorenTage“ in Aachen.
Seit 2005 ist er Mitglied der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins und Mitglied des Internationalen Theaterinstituts (ITI).
Seit 2006 ist er Mitglied im Rat der Künste Berlin und tätig in den Arbeitsgruppen Kulturelle Bildung und Cultural Diversity.
2007 war er Jurymitglied des Bundeswettbewerbes „Die Idee“ – zum Schutze des geistigen Eigentums und Jurymitglied beim Karneval der Kulturen in  Berlin.
2009 war er Jurymitglied beim 21. Internationalen Festival für Experimentelles Theater in Kairo
Seit 2009 ist Wuschek sowohl Vizepräsident des Internationalen Theaterinstituts (ITI) sowie Mitglied im Künstlerischen Ausschuss des Deutschen Bühnenvereins.
Von 2010 bis 2014 war er Sprecher für den Rat der Künste in Berlin, dessen Mitglied er bis zum heutigen Tag ist.
2010/2011 hat er als Jurymitglied in der Sparte Kinder- und Jugendtheater den Theaterpreis „Faust“ verliehen.
2012 lehrte Wuschek an der Hochschule für Musik und Theater Rostock als Gastdozent für Schauspiel.
2013 war er Mitglied der internationalen Delegation zum Israelischen Festival des Kinder- und Jugendtheaters in Tel Aviv, Israel.

Ausgewählte Inszenierungen am THEATER AN DER PARKAUE

„Ursel/Jacky“ von Guy Krneta
„Die Regentrude“ von Theodor Storm 
„Der Gärtner und die Herrschaft“ H.C. Andersen
 „Transit“ von Anna Seghers
„Frau Jenny Treibel“ nach Theodor Fontane,
„Klein Zaches genannt Zinnober“ von E.T.A. Hoffmann
 „Nicht Chicago. Nicht hier.“ von Kisten Boie
"Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing

 

In Koproduktion mit den Festspielen Bad Hersfeld entstand die Inszenierung „Die Brüder Löwenherz“ von Astrid Lindgren. Ebenfalls in Koproduktion mit dem Volkstheater Rostock inszenierte er „Der Schimmelreiter“ nach Theodor Storm, Brechts „Leben des Galilei“ und „Hamlet“ von Shakespeare.

2013 inszenierte er im sibirischen Surgut „Ein Fuchs reißt Kaninchen“ von Juliane Kann, das in der Parkaue als Gastspiel zu sehen war. Seine Inszenierung des belgischen Jugendbuchs von Jan de Leeuw „Schrödinger, Dr. Linda und eine Leiche im Kühlhaus“ hatte im Juni 2014 Premiere.

Einladungen

Kay Wuschek  wurde mit seinen Inszenierungen zu zahlreichen Festivals eingeladen – unter anderem zum Norddeutschen Theatertreffen und zu vielen deutschen Kinder- und Jugendtheatertreffen, aber auch zu internationalen Festivals in Glasow in der Udmurtischen Autonomen Republik (Russland)., St. Louis (Frankreich), sowie Darüber hinaus wurde er mehrfach in nationale und internationale Jurys berufen und arbeitete für verschiedene Festivals, beispielsweise in Linz für das Schäxpir – Theaterfestival oder das Festival Momix in Kingersheim (Frankreich).

Übersetzungen

In der Zeit bei den „Freien Kammerspielen Magdeburg“ übersetzte Kay Wuschek aus dem Bulgarischen unter anderem mit Stella Petkow „Persifedron“ von Konstantin Pavlov, erschienen 1997 im „Drei Masken Verlag München“. Außerdem übersetzte er Pavlovs „Rebellion am Sonntag“ und „Vögel“, beide ebenfalls im „Drei Masken Verlag München“ erschienen sowie „Es bleiben nur Barbaren“.
Ebenfalls mit Stella Petkow übersetzte Wuschek aus dem Polnischen „Kleine Pastorale – Pastoralki“ von Titus Czyszewski, die Erstaufführung fand 1998 am Städtischen Puppentheater Magdeburg statt sowie aus dem Kroatischen „Das Geheimnis des George Washington“ von Miro Gavran, ebenfalls erschienen im „Drei Masken Verlag München“.
 

Veröffentlichungen

Neben den verschiedenen Übersetzungen für den Drei Masken Verlag, veröffentlichte Wuschek unter anderem in „Theater der Zeit“, „Die Deutsche Bühne“, „Ixypsilonzett“, „Off & Spiel“, im Alexander Verlag – „Kindertheater, Jugendtheater – Perspektiven einer Sparte“ sowie für „Offensive Kulturelle Bildung Berlin“ und „Ort der Augen. Blätter für Literatur“.

Beteiligt an