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* 23. Dezember 1888 in
Neuwied
† 5. Oktober 1953 in
Lehnitz bei Berlin
Deutscher Arzt,
Schriftsteller und kommunistischer Politiker
Friedrich Wolf wird
1888 in Neuwied am Rhein als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren.
1895 bis 1899 besuchte er die Israelitische Elementarschule, anschließend das
Gymnasium in Neuwied. Von 1907 bis 1912 studiert er Medizin, Philosophie und
Kunstgeschichte in München, Tübingen, Bonn und Berlin und legt das ärztliche
Staatsexamen ab. Bei Kriegsbeginn 1914 ist er als Schiffsarzt auf der Route
Kanada - Grönland - USA unterwegs und später Truppenarzt an der Westfront. Er
wird zum entschiedenen Kriegsgegner. Seit 1928 war er Mitglied der KPD und des
Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. Er schreibt expressionistische
Gedichte, Erzählungen und Dramen und wird in der Weimarer Republik mit dem
Stück Cyankali (1929) berühmt. Mit seiner zweiten Frau Else Dreibholz hat er
zwei Söhne, Markus und Konrad. Im Frühjahr 1932 gründete er in Stuttgart den
„Spieltrupp Südwest“, eine kommunistische Agitprop-Spieltruppe aus
Laiendarstellern, die Agitationsstücke zu aktuellen Themen aufführte. Wegen der
künstlerischen Qualität seiner Stücke und Aufführungen war er über Württemberg
hinaus bedeutend. 1933 flieht Wolf über Österreich und die Schweiz nach
Frankreich. Dort schreibt er sein erfolgreichstes Stück Professor Mamlock. In
Moskau trifft sich die Familie wieder. 1938 wird Wolf bei dem Versuch, nach
Spanien zu den Internationalen Brigaden zu gelangen, in Frankreich verhaftet und
verbringt 18 Monate im KZ Le Vernet. 1941 erhält er die sowjetische
Staatsbürgerschaft und kehrt nach Moskau zurück, wo er im Juli 1943
Mitbegründer des Nationalkomitees Freies Deutschland wurde. 1944 lehrte er an
der Antifa-Schule in Krasnogorsk. Nach Kriegsende Rückkehr nach Deutschland. In
Berlin ist Wolf neben schriftstellerischer Arbeit aktiv kulturpolitisch tätig,
1949 wird er für zwei Jahre erster DDR-Botschafter in Polen.