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Stellungnehmen

Lutz Turszynski

Das Stück ist abgespielt. Es stand ab dem 28.02.1990 auf dem Spielplan.
Theater der Freundschaft - Stellungnehmen
Theater der Freundschaft - Stellungnehmen
Uraufführung

Ein junger Mann wird gezwungen, Stellung zu nehmen zu einem Vergehen, und daraus wird ein Resümee seines bisherigen Lebens, seiner politischen Ideale, die er gegen den Rat seines Vaters annahm, die er gegen die Ansichten und Erfahrungen von Arbeitskollegen verteidigte, die in immer größeren Widerspruch zur Realität in diesem Lande gerieten und die er als selbst schon Zweifelnder doch zu bewahren versucht: "Die Revolution hat mich siegreich geschlagen mit sozialpolitischen Maßnahmen, ich ziehe mich in meine vier Wände zurück." Doch auch da findet er keine Ruhe, Visionen von Menschenmassen, von Barrikaden, Kämpfen, rollenden Panzern und Strömen von Blut verfolgen ihn. Er bricht zusammen. 

STELLUNGNEHMEN ist ein Text fürs Theater, kein Stück im üblichen Sinne. Geschrieben hat ihn der heute 25jährige Autor vor fast zwei Jahren und im September 1989 dem THEATER DER FREUNDSCHAFT übergeben als ein Angebot, jüngere und ältere Menschen, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen zu erreichen, das Gespräch zwischen den Generationen wieder in Gang zu bringen. Wir müssen wieder lernen schrieb er dem Theater, unsere Leiden, die wir mehr oder weniger teilen, auszusprechen, uns zuzuhören, wir müssen Zuhörer sein können. Geteilter Schmerz ist also nicht nur halber Schmerz, sondern auch halbe Überwindung. Im September 89 war es noch der Mut und die Illusion eines jungen Autors, durch den Dialog über Ursachen den Untergang seines Landes aufhalten zu können. Kann "STELLUNGNEHMEN" jetzt, im Frühjahr 90, da Millionen ihre Vergangenheit so rasch wie möglich aufgeben wollen, mehr sein als das Betrachten eines historischen Irrtums? Es gehört zum Bemerkenswerten dieser Wochen, dass diejenigen, die den Mut zum Widerstand hatten, auch heute den Mut haben zum öffentlichen Bekenntnis. Pfarrer Schorlemmer: "Eigentlich ist das eine neue Form der Selbstentmündigung, was gerade passiert… Es ist kein Wunder. Alle Ideale sind so gründlich zerstört worden, nun will man keine mehr." Pfarrer Galley: "Als DDR-Leute haben wir nicht nur Verwundungen davongetragen, wir sind nicht nur verformt worden, sondern wir haben spezielle Begabungen und Tugenden und Verhaltensweisen ausgeprägt."


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Mitwirkende:
AufgabeName
RegieCarl-Hermann Risse
BühneAlwin Eckert
KostümeAlwin Eckert
Musik / KompositionFred Krüger
Autor/inLutz Turszynski
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