Premiere am 18. Februar 2011
Ein Schloss in England ist seit Generationen mit einem Fluch belegt: Der Geist des ehemaligen Hausherrn Sir Simon, vor über 300 Jahren der Mörder seiner Frau, irrt ruhelos durch die Gemäuer und treibt die Bewohner als Gespenst von Canterville in den Wahnsinn. Seine Auftritte als "Der Vampirmönch", "Der Graf ohne Kopf", "Rupert der Rücksichtslose" oder "Jonas der Unbegrabene" lösen zerrüttete Nerven, Schreikrämpfe und hysterische Anfälle aus. Doch seitdem die Familie des amerikanischen Botschafters das Schloss bezogen hat, ist es mit den gespenstischen Heldentaten vorbei. Niemand lässt sich vom Spuk beeindrucken: Mr. Otis entfernt Blutflecke mit einem modernen Superreiniger, seine Frau empfiehlt Öl gegen quietschende Ketten und die Zwillinge bringen dem Geist das Gruseln bei. Aufs Äußerste beleidigt, sehnt sich das Gespenst nur noch nach der ewigen Ruhe.
Oscar Wilde (1854 – 1900) galt im viktorianischen England gleichermaßen als Erfolgs- wie als Skandalautor. DAS GESPENST VON CANTERVILLE von 1887 ist sein erstes erzählerisches Werk. Seine Kunstmärchen, der Roman DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY und sein Stück SALOME sind in die Weltliteratur eingegangen