Berlin-Friedrichstraße 20.53 Uhr
14+

in einer Fassung von Marcus Lobbes Uraufführung

Weißt du nicht ein Loch in der Mauer? Berlin-Friedrichstraße, 20.53 Uhr heißt die Verabredung im Jahr 1962. Neun Schüler der Max-Planck-Oberschule in Ost-Berlin schaffen mit einem Schwung über das Brückengeländer am S-Bahnhof Friedrichstraße den Sprung in den Paris-Moskau-Express und somit nach West-Berlin. Einer nach dem anderen fehlen sie am nächsten Tag in der Klasse im Ostteil der Stadt. Unruhe bricht unter Schülern wie Lehrern aus: Konnten sie flüchten? Wie? Wo war ihr Schlupfloch? Der Zehnte stürzt von der Brücke und landet für zehn Jahre im Gefängnis. Von nun an ist dieser Fluchtweg aus dem Osten in den Westen verbrannt.

Der Regisseur Marcus Lobbes, 1966 in Köln geboren, wirft mit "Berlin-Friedrichstraße 20.53 Uhr" einen außergewöhnlichen Blick auf diese Fluchtgeschichte. Die jungen Männer waren keine Opfer des DDR-Systems, sondern lebenshungrige Abenteurer auf dem Weg in eine neue, ungewisse Welt. Mit 16 Jahren haben sie alles riskiert, angetrieben von der Sehnsucht nach Veränderung ihres Lebens. 25 Jahre nach dem Fall der Mauer spürt die Inszenierung den Fakten deutscher Geschichte ebenso nach wie den authentischen Geschichten dieser jungen Menschen.

Marcus Lobbes arbeitet seit 1995 als Regisseur und Ausstatter im Musik- und Sprechtheater mit über 60 Produktionen in über 20 Städten. Am THEATER AN DER PARKAUE inszeniert er  zum ersten Mal.






Kurzinterview mit Regisseur und Bühnenbildner Marcus Lobbes.

Wie hast du dich der Thematik genähert?
Eigentlich ganz banal. Ich hab das Stück gelesen. Und dann hab ich mit ganz vielen Leuten gesprochen, vor und vor allem jetzt auch während der Proben.

Warum ist „Berlin-Friedrichstraße 20.53 Uhr“ ein Stück für Jugendliche heutzutage?
Es ist ein Stück für Menschen heute. Da gibt es für mich keinen Unterschied.

Es gibt derzeit sehr viele Projekte anlässlich des Mauerfall-Jubiläums. Was ist das Besondere an dieser Geschichte?
Das Besondere ist, das wir weiter zurückgegangen sind. Der Fokus liegt auf der Zeit des Mauerbaus. Was bedeutet es mit einer Mauer zu leben, welches Klima solch eine Mauer auslöst und was dazu führte, dass sie dann schließlich wegmusste.

Auf der Bühne wird eine Mauer zu sehen sein, welche Rolle spielen die Videoprojektionen von Michael Deeg?
Sie sind in keinem Fall nur illustrativ. Wir befinden uns in einer medienüberfluteten Zeit, im Gegensatz zu der Zeit vor dem Mauerfall. Die Projektionen zeigen sowohl Dokumentarisches, als auch Animationen in der modernen Ästhetik von Videospielen .Durch Bühne, Text, Kostüme und die Projektionen sind so verschiedene Ebenen entstanden, die eine andere Lesbarkeit erzeugen sollen.

Was war bisher dein größtes Abenteuer?
Eigentlich, nach vielen Jahren Familie und solch einen wahnsinnigen Beruf in Einklang zu bringen.
Ach und meine Eltern haben mich mit 13 oder 14 Jahren einmal 2 Tage allein in Hongkong gelassen. Ich wollte nicht mit auf einen Ausflug, da sind sie mit meinem Bruder allein gefahren und ich hab kreuz und quer die Stadt erkundet.

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