Freitags im Prater - Alles deutsch
16+

Jeden Freitagabend ist der Prater ab 20.00 Uhr für Kunst, Literatur, Konzerte, Performances und Happenings geöffnet.

PALAST DER REPUBLIK STADTSCHLOSS / VOM ELEND DER DEUTSCHEN
ÖKONOMIE
mit Stefan Heidenreich, Henrik Schrat & Niels Heuser
 

Kapitalismus liebt Geld. Reichtum ist sein Credo. Dafür arbeiten Menschen und Maschinen.
Fortlaufender Konsum ist die Voraussetzung für aller Vermögen. Ihre ultimative Quelle: die Zukunft. Schulden von heute sichern die Zahlungsverpflichtungen von morgen. Aus den Zahlungen der einen werden die Reichtümer der anderen. Ohne Geld kein Konsum kein Kapitalismus. Menschen werden bewirtschaftet wie die Fische im Meer: Geschenkte Futterkrumen, damit sie tun, was ihr Part ist: konsumieren. Es lebe das Grundeinkommen für alle! Willkommen im Märchen vom ewigen Kapitalismus.

Ein Ökonom und Philosoph, ein Künstler und ein Schauspieler sezieren das System des Geldes und geraten mit dem Publikum ins Fabulieren über seine Sackgassen, Abgründe und Verstrickungen.

 

Henrik Schrat
Henrik Schrat hat in Dresden und London Bühnenbild und Kunst studiert. Er hat zahlreiche Ausstellungen und Projekte im In- und Ausland realisiert. Seine Arbeitsweise gruppiert sich um Strategien des visuellen Erzählens, was ihn zu verschiedenen Comicformaten, Graphic Novels und illustrationsnahen Formen bringt. Die Beschäftigung mit Ökonomie aus kultureller Perspektive führte zu einer Reihe von Kunstprojekten und zu einer Dissertation im Fach Management an der University of Essex (2011). In der Kunstwelt bekannt geworden, ist er vor allem durch ausgedehnte, narrative Wandbilder in Silhouettenform, so im Forum Ludwig in Aachen (2005/06) und im MOCCA in Toronto (2007) sowie im Bethanien Berlin (2014). Eine zentrale Arbeit ist seine Wandmalerei unter dem Titel „Milch und Honig" (2005) für ein Casino im Deutschen Bundestag im Paul-Löbe-Haus. 
www.henrikschrat.de

Stefan Heidenreich, Ralph Heidenreich:
Forderungen

Der vorliegende Band setzt die mit »Mehr Geld« (Berlin 2008) begonnene Analyse und Prognose zur andauernden Finanz- und Politikkrise fort. Wenn Schulden Forderungen sind, dann müssen die Kredite weiter wachsen, um die Vermögen zu erhalten. Nach Industrie und Konsumenten bleiben Staaten und Notenbanken als letzte Kredit-Nehmer und Geld-Schöpfer. Sie müssen sich opfern, heisst es, um die Vermögen zu retten. 
Andere Lösungen sind möglich. Wir können eine andere als die gegenwärtige Welt fordern. Sie ist weder die beste, noch die einzig denkbare. Aber welches »wir« ist es, das diese Welt fordern kann? In welcher Erzählung erfindet es sich? Andere ökonomische und politische Ordnungen lassen sich mit und ohne Marx auf der Grundlage jüngerer Wirtschaftstheorien denken, im Kapitalismus oder gegen ihn, und mit den Techniken und Medien unserer Zeit. Vielleicht ist Geld dann nicht mehr das Mittel der Wahl, um Arbeit und Güter gut zu verteilen.
Ralph Heidenreich, (*1957), lebt in Biberach an der Riss, sitzt für die Linken im Stadtrat und arbeitet als Programmierer. [www.ralph-heidenreich.de]
Stefan Heidenreich, (*1965), lebt in Berlin, forscht, berät und schreibt zu Medien, Ökonomie und Kunst.
www.stefanheidenreich.de

Niels Heuser, 1974 in Essen geboren und in Kiel aufgewachsen, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Von 2003 - 2005 war er Ensemblemitglied am Hans-Otto-Theater Potsdam. Hier spielte er bei Philipp Besson und Carlos Manuel. Von 2005 bis 2015 war er Schauspieler am THEATER AN DER PARKAUE und arbeitete u.a. mit Sascha Bunge, Milan Peschel, Carlos Manuel, Hans-Werner Kroesinger, Esther Hattenbach, Susanne Sachsse und Kay Wuschek zusammen. 2015 machte er Kurzfilmdrehs in Offenburg und Bielefeld.
www.nielsheuser.de