Der gute Mensch von Sezuan
15+

Parabelstück von Bertolt Brecht 15 +

Das Stück stand vom 04.11.2008 bis zum 20.04.2010 auf dem Spielplan.

DER GUTE MENSCH VON SEZUAN ist das Paradebeispiel für Brechts Vorstellungen vom epischen Theater. Drei Götter kommen auf die Erde. Ihre Mission: Finden sie genügend gute Menschen, dann kann die Welt so bleiben, wie sie ist. Nach langer Suche treffen sie in einem Elendsviertel des chinesischen Sezuan auf die Prostituierte Shen Te. Sie teilt, obwohl sie nichts hat. Zur Belohnung erhält sie das Startkapital für einen kleinen Tabakladen. Doch der gute Plan geht nicht gut auf: Der "Engel der Vorstädte" stellt Nächstenliebe und Güte über Geschäftssinn. Zahlreiche Bittsteller lassen sich von Shen Te durchfüttern. In ihrer Not erfindet Shen Te den skrupellosen Cousin Shui Ta. Er soll Ordnung in ihr Leben bringen und sie davor bewahren, von anderen ausgenutzt zu werden. Shen Te und Shui Ta sind ein und dieselbe Person, die versucht, das Unmögliche möglich zu machen: in einer von Ökonomie dominierten Gesellschaft ein menschenwürdiges Dasein zu führen und moralisch vorbildhaft zu leben.In seiner Inszenierung beschäftigt sich Sascha Bunge mit der Frage, inwiefern die Kernthemen des Stücks aus dem Jahr 1943 auch im Zeitalter der Globalisierung relevant sind. Es geht um die Verteilung knapper werdender Ressourcen in einer zunehmend lebensfeindlichen Welt, den sprichwörtlichen Kampf ums Überleben und die Bestimmung zwischenmenschlicher Beziehungen durch Ökonomie. Mit DER GUTE MENSCH VON SEZUAN hat Brecht theaterästhetische Maßstäbe gesetzt und seine Ideen von einem "Theater der Zukunft" wesentlich weiterentwickelt. Daher ist das Stück das Paradebeispiel für die Beschäftigung mit Brechts Vorstellungen vom epischen Theater. Der gute Mensch von Sezuan ist nach Leben des Galilei der zweite Brecht-Klassiker, der am THEATER AN DER PARKAUE zu sehen ist. Am 10. Februar 2009 fand ein Brecht-Tag für Lehrer statt.

Premiere: 4. November 2008