Was ist der Mensch!*

Die Spielzeit 2019/20 am THEATER AN DER PARKAUE
Herzlich Willkommen zur 70. Spielzeit im THEATER AN DER PARKAUE – Junges Staatstheater Berlin. Wer sind wir? Was macht unser Mensch-Sein aus? Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt. Gemeinsam wagen wir in unseren Vorstellungen die Expedition zu dem Ich, dem Du, dem Wir, dem Nahen und dem Fernen.

Am THEATER AN DER PARKAUE - Junges Staatstheater Berlin bieten wir Kindern und Jugendlichen, Schulen, Familien und Besucher*innen jeden Alters auf drei Bühnen sowie in unserer kunstvermittelnden Arbeit Raum für Erstbegegnungen mit Theater. Auch in dieser Spielzeit reicht unser Programm wieder von assoziativen Performances bis zu detailgenauen Inszenierungen, von Klassikern bis zur zeitgenössischen Dramatik, vom Labor bis zum Gesellschaftsspiel. Wir suchen stets neue Blickwinkel und laden dazu ein die Vielfalt von Ästhetik und Vermittlung sowie Kunst als eigene Erfahrungswelt gemeinsam mit uns zu entdecken.

Am 12. September starten wir mit der ersten Premiere in die Spielzeit: Regisseur Thomas Fiedler erzählt mit seiner Fassung von »Die fürchterlichen Fünf« nach Wolf Erlbruch von der Kraft und Lust der Gemeinschaft, die entsteht, wenn alles schon zu Ende zu sein scheint. Am darauffolgenden Samstag, dem 14. September öffnen wir unser Haus ab 15.00 Uhr zum Spielzeitauftakt für Familien: Mit Speisen und Getränken für Groß und Klein, für Andere und diejenigen, die so sind wie man selbst.

Vielfältige Regiehandschriften auf der Gästeliste

Die ganze Vielfalt der Parkaue entfalten auch in dieser Spielzeit wieder unsere Gastregisseur*innen. Hanna Müller bringt am 21. Oktober 2019 »Wir vom Reuterkiez« auf die Bühne. Die mehrfach ausgezeichnete Kinderbuchautorin Anne C. Voorhoeve schreibt für das THEATER AN DER PARKAUE eine eigene Bühnenfassung ihres Romans.

Zu unserem 69. Theatergeburtstag beschenken wir uns in diesem Jahr mit einem ganz besonderen Highlight: Roland Schimmelpfennig, der meistgespielte Gegenwartsdramatiker Deutschlands, hat mit »Der Zinnsoldat und die Papiertänzerin« nicht nur ein fesselndes Stück geschrieben, er inszeniert es auch noch selbst. Die Geschichte über die Abenteuerreisen des so unterschiedlichen Liebespaares – Er, schwer wie ein Stein, sie, leicht wie eine Feder – von Flügen bis in die Wolken, wilden Papierschifffahrten durch die Kanalisation und gnadenlosen Grenzkontrollen kommt am 16. November 2019 zur Uraufführung.

Simon Jensen hat als Schauspieler am Burgtheater Wien, Schauspielhaus Bochum, Opernhaus Zürich und an der Volksbühne in Berlin gearbeitet. Am 4. Juni 2020 feiert er mit dem skurrilen Stück »Windmühlen. Die merkwürdige Reise der Familie Müller nach Unmikistan« des kosovarischen Autors Jeton Neziraj sein Regiedebüt am THEATER AN DER PARKAUE.

Noch ist auf unser Gästeliste ein freier Platz. Denn während wir schon wissen, dass der Hexenlehrling »Krabat« auf unserer Bühne der schwarzen Magie nachgehen wird, kennen wir den Namen der Regie noch nicht. Otfried Preußlers Roman über die Verführbarkeit durch Macht hat am 22. April 2020 Premiere auf unserer Bühne.

Klassischer Dreiklang

Wie knapp 14.000 Berliner Abiturient*innen widmet sich auch Intendant Kay Wuschek ganz den großen Klassikern der Literatur- und Theatergeschichte: Aus dem Norden holt er Fontanes »Grete Minde« in die Hauptstadt. Die in Koproduktion mit dem Volkstheater Rostock entstandene Inszenierung feiert am 29. Oktober Berlin-Premiere. Am 25. Februar 2020 bringt er »Maria Stuart« zur Premiere. In seinem Drama legt Friedrich Schiller machtpolitische Mechanismen frei, die auch heute noch von Geschlechterzugehörigkeit und Erwartungsdruck geprägt sind. Kay Wuschek nimmt sich in seinen großen Dramenadaptionen ihrem literarischen Kern an und stellt diesen in seiner Vieldeutigkeit aus.

Den klassischen Dreiklang der Abiturstoffe beschließt Regisseurin Nora Bussenius am 19. Februar 2020 mit der Premiere »Iphigenie auf Tauris« von Johann Wolfgang Goethe. Goethes Tragödie von weittragender Leidenschaft und tief eingemauerten Mustern wird ein Spiel mit facettenreichen Perspektiven und Verhandlungsräumen entgegengesetzt.

Demokratie – Trial and Error!

Der 9. November 1989 verändert das Land. Der Tagesspiegel startet im Sommer 2019 eine Initiative, in der Enkel ihre Großeltern nach dieser aufregenden und bewegenden Zeit befragen und in eigenen Interviews festhalten. Dieses einzigartige Material ist Ausgangspunkt für das Rechercheprojekt »Als die Mauer fiel« (AT). Regisseurin Romy Weyrauch (Theatrale Subversion) nimmt sich als Expertin für dokumentarisches Theater diesen Geschichten an und bringt sie am 15. März 2020 zur Premiere.

Vom 16.– 22. März 2020 veranstalten wir eine Woche über Demokratie, Unterschiede und Alltagsrassismen in uns. Das historische Datum der ersten frei gewählten Volkskammer am 18. März 1990, der Welttag des Kinder- und Jugendtheaters und der Internationale Tag gegen Rassismus sind uns Anlass, die Stimmen Vieler in Begegnungen zu bringen. Unter dem Titel »Wir sind viele(s)« packen wir all unsere Stücke, deren Protagonist*innen Meinungen spalten und Fragen über das Zusammenleben stellen, auf die Bühne und diskutieren in verschiedenen partizipativen Austauschformaten: Wie gehen wir mit Meinungsverschiedenheiten um? Welche Kompromisse sind wir bereit einzugehen?

Glaubst du noch, deine Art zu essen, rettet das Klima, oder zeigst du schon mit dem Finger auf die Generation der Politiker*innen, die die Autoindustrie, die Massentierhaltung, die Lebensmittelindustrie, den Braunkohletagebau mit Millionen von Euro versorgen, aber nichts tun, um die Erderwärmung zu stoppen? Um diese Fragen zu beantworten holt sich Joanna Praml zur Uraufführung »We for Future« am 26. April 2020 Hilfe von Jugendlichen. Sie brachte bereits deutschlandweit Inszenierungen mit Jugendlichen heraus. Für »Ein Sommernachtstraum« wurde sie 2017 für den Theaterpreis »Der Faust« nominiert.

Parkaue Kosmos & Kunstvermittlung

Vielfältig werden auch unsere Vermittlungsangebote dieser Spielzeit wieder sein. Wir laden Menschen unterschiedlicher Bezirke, Herkunft, Alter und Erfahrungen ein, im Parkaue Kosmos oder in unseren Angeboten zur Kunstvermittlung gemeinsam mit uns zu forschen, zu gestalten und zu entdecken.

Die »Parkaue Clubs« stehen allen theaterbegeisterten, neugierigen oder noch zögerlichen Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 19 Jahren offen: Bei den wöchentlichen Treffen unter Anleitung von Theaterprofis wird spielerisch der Frage nachgegangen, was es heißt, in Berlin aufzuwachsen. Kick-Off für die Clubs ist der 28. September 2019, präsentiert wird zwischen dem 12. und 14. Juni 2020.

In den Ferien macht die Parkaue vieles – aber keine Pause! Während der Herbstferien vom 14. bis 19. Oktober 2019 fährt der »Wohnwagen mobil« raus in den Kiez und spürt gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und Familien den Besonderheiten, Leerstellen und Geheimnissen ihrer Nachtbarschaft nach. Die Fundstücke werden vor dem gemeinsamen Probenbesuch am 19. Oktober präsentiert. »Das Haus der Zeit« lädt vom 3. bis 8. Februar Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren ein, gemeinsam mit Künstler*innen und Forscher*innen in verschiedenen Laboren nach neuen Zeitrechnungen und Utopien im digitalen Zeitalter zu suchen. Das 6-tägige Winterferienprojekt endet mit einer Abschlusspräsentation am 8. Februar 2020.

Parkaue:beta

Die Neugier um Digitalität, Virtualität und der Frage nach der Vereinbarkeit mit dem Theater treibt uns weiter um. Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen bringen wir junge Menschen mit Theater- und IT-Expert*innen zusammen, um virtuelle Welten zu erkunden.

Vom 4. bis 6. Oktober 2019 ist »Jugend hackt« zu Gast. Die Veranstaltung der Open Knowledge Foundation Deutschland und mediale pfade.org bringt junge Programmier*innen und fachkundige Mentor*innen zusammen, um Prototypen, digitale Konzepte und Ideen rund um die Themen Nachhaltigkeit und Klimakrise zu entwickeln.

Zum zweiten Mal wird die Parkaue mit »Challenge my fantasy – more II« unter der künstlerischen Leitung von Citizen.KANE zum digitalen Spielplatz. Vom 9. bis 12. Januar 2020 treffen sich Theatermacher*innen, Informatiker*innen, VR-Spezialist*innen, Programmierer*innen und Techniker*innen zum digitalen Forschen am Theater für junges Publikum in verschiedenen Laboren auf unseren Bühnen. Digital-theatrale Erkenntnisse erlebt das Publikum bei der Abschlusspräsentation am 12. Januar.
Zitatquellen nach Reihenfolge: »Maria Stuart« | »Iphigenie auf Tauris« | »Der Zinnsoldat und die Papiertänzerin«

Noch mehr

Wir haben Lust auf mehr gemacht? Dann schauen Sie sich gerne hier in unserem Programm um und lesen schon jetzt die detaillierten Beschreibungen unserer Premieren & Projekte der Spielzeit 2019/20. 

Exklusive Einblicke, weiterführende Informationen zu unserem Haus - und natürlich die ganze beeindruckende Fotostrecke mit unserem Ensemble: das alles gibt es in unserem Spielzeitheft zu entdecken. Kommen Sie bei unserem Besucherservice vorbei und holen Sie sich Ihr Exemplar ab!

Unser Ensemble