ab 16 Jahren

Die toten Seelen

von Nikolai Gogol
Dauer: 180 Minuten
Premiere: 16. Mai 2015
Pawel Iwanowitsch Tschitschikow hat eine Geschäftsidee, mit der er reich, berühmt und geliebt sein will: Er kauft Papiere von verstorbenen Leibeigenen, setzt sie bei Banken als Strohmänner ein und kassiert so Kredite in schwindelerregender Höhe. Die Steuerprüfung muss er nicht fürchten, sie wird nur alle zehn Jahre vollzogen. Die Besitzer der toten Seelen wollen den höchst möglichen Gewinn aus ihren Toten ziehen und fallen auf Tschitschikows Werbungen herein. Er wird zum Liebling der Gesellschaft. Jede Mutter will ihre Tochter an ihn verheiraten, jeder angesehene Bürger hält einen Platz in seinem Salon für ihn frei. Doch als die Geschäfte aufzufliegen drohen, wendet sich das Blatt. Tschitschikow muss fliehen.

Nikolai Gogol (1809 - 1852) zeichnet Tschitzschikows Fahrt durch die russische Provinz als Galerie korrupter Beamter, raffgieriger und streitsüchtiger Gutsbesitzer, die von Geiz und Verschlagenheit getrieben sind. Die unvergleichliche Komik des Romans entzündet sich an der Banalität und Gemeinheit des Kleinbürgers und Beamten, der sich als eigentliche tote Seele entlarvt. Die Darsteller der jugendtheaterwerkstatt sind 30 Berliner aller Generationen, Nationalitäten, Schichten und Berufe, vom Schüler und Studenten über den Handwerker und Steuerberater bis hin zum Philosophen. Sie machen Gogols Satire zu einer skurrilen Feier über Korruption, Schwarzarbeit, doppelte Buchführung, Intrigen und Betrug.

Zwischen der jugendtheaterwerkstatt spandau und dem THEATER AN DER PARKAUE gibt es eine kontinuierliche Zusammenarbeit. Nach Gastspielen der jtw spandau in der Parkaue mit Kafkas "Amerika", Dostojewskis "Brüder Karamasow" und Döblins "Berlin Alexanderplatz" gastierte das THEATER AN DER PARKAUE mit "Reise zum Mittelpunkt der Erde" in Spandau.

JTW Spandau, VHS Spandau, Fonds Soziokultur, jfsb - Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin, Projektfonds Kulturelle Bildung sind Partner dieser Inszenierung.
Spielort: Bühne 2 | Dauer: 180 Minuten
Regie: Carlos Manuel | Bühne: Fred Pommerehn | Kostüm: Verena Hay | Produktion: Hartmut Schaffrin, Julia Schreiner | mit: Mitglieder der jugendtheaterwerkstatt spandau