ab 16 Jahren

Frau Jenny Treibel oder Wo sich Herz zum Herzen find't

von Theodor Fontane 
in einer Fassung von Kay Wuschek
Dauer: 110 Minuten
Premiere: 27. September 2010
Jenny Treibel, eine geborene Bürstenbinder, präsentiert sich als Mittelpunkt der bourgeoisen Gesellschaft Berlins. Ihre Feste mit handverlesenen Gästen haben ein Ziel: zu zeigen, wie kultiviert, wohlhabend und weltoffen die Treibels sind. Dies hält sie aber nicht davon ab, sich im Stillen über verpasste Gelegenheiten in ihrem Leben zu beklagen: die Erfüllung einer romantischen Liebe. Corinna Schmidt, Tochter aus einfachem Hause, will ebenfalls hoch hinaus. Sie will Brillianten, träumt ein Wohlleben und eine Villa. All das rückt in greifbare Nähe, als sich Jennys Sohn Leopold in sie verliebt. Ohne die Einwilligung der Mutter verloben sie sich. Leopold hofft, sich mit dieser Liebe von seiner Mutter zu emanzipieren, ihrer ewigen Gängelei zu entkommen. Jenny aber tobt. Sie untersagt die geplante Heirat und die Liebe von Leopold und Corinna zerfließt in Melancholie. Krank geworden, schwitzen sie die Liebe aus, jeder für sich.

In FRAU JENNY TREIBEL wird die Spaltung des Bürgertums auf die Spitze getrieben. Jenny Treibel als Vertreterin des Besitzbürgertums idealisiert Bildung, Poesie, einfaches Leben. Corinna Schmidt, Vertreterin des Bildungsbürgertums, strebt nach Besitz und Statussymbolen. Der Widerspruch zwischen Sein und Schein kommt ans Licht. Die Imitation der fremden Lebenssphäre erfolgt nach dem klassischen Komödienprinzip.
Spielort: Bühne 2 | Dauer: 110 Minuten
Regie: Kay Wuschek | Theaterpädagogik: Amelie Mallmann | Bühne: Florent Martin | Kostüm: Clemens Leander | mit: Birgit Berthold, Helmut Geffke, Stefan Kowalski, Johannes Hendrik Langer, Hagen Löwe, Corinna Mühle, Elvira Schuster