René Alejandro Huari Mateus

Vor 4 Monaten, nach 17 Jahren in Deutschland, haben René (they/them) ihr unbefristetes Aufenthaltsvisum erhalten. Und gerade dann fragten sie sich, warum sie all die Jahre immer mit so viel Angst zum Ausländeramt gegangen sind und warum sie sich generell in öffentlichen Einrichtungen immer noch zu oft wie neu angekommene Touristen behandelt fühlen. René haben in Deutschland als Tänzer*in, Performer*in und Choreograf*in studiert und gearbeitet, und leider wurde ihre Identität auch innerhalb dieser Bereiche durch die Überschneidung von Klassen-, Geschlechts- und Herkunftsdiskriminierung geprägt. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass ihre künstlerische Praxis immer in Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen und oft unter aktiver Beteiligung von Menschen entwickelt wird, die normalerweise nicht an der Schaffung von Kunst beteiligt sind. René sind immer auf der Suche nach der Nicht-Darstellung von Strukturen der Gewalt, nicht einmal, um sie zu kritisieren.

René verstehen die fruchtbare Spannung zwischen Choreografie und Tanz als Mittel, das als solches wahrgenommen und dafür genutzt werden kann, queer*feministisches Denken über das Zusammenleben zwischen Menschen, die aus verschiedenen Gründen nach Deutschland eingewandert sind, und solchen, die schon länger in Deutschland leben und es als ihren Herkunftsort betrachten, anzuregen. René sind auch dafür, Formen kollektiver sozialer Reproduktion anzuerkennen und wiederzugewinnen, da die Geschichte uns mit der illusorischen Notwendigkeit kontaminiert hat, individualistische Subjekte innerhalb geschlossener Familien zu produzieren, deren einzige Daseinsberechtigung darin besteht, alle Bereiche für sich selbst zu akkumulieren.