Brüder-Grimm-Preis

Im Auftrag des Landes Berlin lobt das THEATER AN DER PARKAUE alle zwei Jahre den Brüder-Grimm-Preis zur Förderung des Kinder- und Jugendtheaters aus. Der Preis ist mit 10.000 € dotiert. Für die Preisvergabe kommen Stücke und Inszenierungen in Betracht, die aus dem Bereich des Kinder- und Jugendtheaters stammen, sich mit der Wirklichkeit von Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen und auf ein tolerantes Miteinander hinwirken.

Preisträger der vergangenen Jahre waren u.a. Volker Ludwig, Paul Maar, F.K. Waechter, Andri Beyeler, Tamer Yiğit und Branka Prlić, das Junge Ensemble Stuttgart und das THEATER AN DER PARKAUE, das Autorenduo Jakob Nolte und Michel Decar sowie Kirsten Fuchs und Mario Wurmitzer.
Brüder-Grimm-Preis 2019
Am 16. November 2019 wurde der Preis an gleich zwei Autorinnen überreicht: Katja Hensels Jugendstück »Youtopia« erhält den Hauptpreis des Kultursenats des Landes Berlins. Nadja Wieser wird mit einem Sonderpreis für ihre beiden eingereichten Stücke »Honig« und »Die Gesammelten« ausgezeichnet.

Die Jury, bestehend aus Reporter und Musikkritiker Jakob Bauer, Kulturjournalistin Inga Dreyer und der stellvertretenden taz-Kulturressortleiterin Katrin Bettina Müller, hat sich einvernehmlich dazu entschieden, den Preis zu teilen und an zwei Autorinnen und ihre Stücke zu verleihen.

»Youtopia« »spricht auf kluge, humorvolle, tiefsinnige und originelle Weise über Jugend, Protest und soziale Bewegungen«, urteilt die Jury. Katja Hensel verhandelt in diesem Jugendstück große Themen unserer Zeit, indem sie anlässlich einer in den sozialen Medien verbreiteten Challenge eine Gruppe Jugendlicher in einem Möbelhaus aufeinandertreffen lässt. Mit »einem Witz und einer Leichtigkeit, die niemals aufgesetzt, pädagogisch oder gewollt wirken« hat dieser Text die Jury überzeugt.

Als »schwebend, verzaubert, märchenhaft – aber felsenfest in der Realität verankert« beschreibt die Jury die von Nadja Wiesers erschaffenen Welten ihrer eingereichten Stücke »Honig« und »Die Gesammelten«. Während »Die Gesammelten« anhand des Aufeinandertreffens von Flaschensammlern und einem privilegierten Mädchen den Wert unterschiedlicher Lebensentwürfe thematisiert, lässt uns »Honig« daran teilhaben wie die beiden Kinder Tarja und Tasch – getrieben von ihrer Neugier und Faszination für die fremden Soldaten – dem Krieg in ihrer Heimat gefährlich nah kommen.

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