ab 15 Jahren | 10. - 13. Klasse

Beben

von Maria Milisavljević (2015)
Dauer: 95 Minuten
Premiere: 16. September 2017
Wir haben die Inszenierungen »Rohe Herzen« und »Beben« in der Regie des ehemaligen Schauspieldirektors Volker Metzler mit sofortiger Wirkung abgesetzt und aus dem Programm genommen.
Auch über eineinhalb Jahre nach den rassistischen Diskriminierungen in der Produktion »Die Reise um die Erde in 80 Tagen« unter der Regie des ehemaligen Schauspieldirektors Volker Metzler befinden wir uns in einer intensiven Aufarbeitung und Auseinandersetzung darüber. In den Arbeitszusammenhängen, an denen wir alle teilhaben, sind Menschen verletzt worden. Wir alle bedauern das und wir stellen uns der Verantwortung, die diese Situation für unsere derzeitige und kommende Arbeit bedeutet. Wir verstehen es als unsere Aufgabe, das Theater als einen Raum zu denken und zu gestalten, in dem ohne Angst und Diskriminierung gearbeitet werden kann. Gemeinsam mit dem gesamten Haus befinden wir uns mitten in einem Prozess, der diskriminierende Strukturen unserer alltäglichen künstlerischen Arbeit bearbeitet. Dieser Prozess ist vielstimmig und bedarf der permanenten Überprüfung und Korrektur. Und dieser Prozess braucht mehr Zeit, als es mediale Ereigniswellen erlauben. Die Fragestellungen, die aus dieser Verantwortung erwachsen, zielen nicht nur auf unseren persönlichen und kollegialen Umgang, sondern auf unser Miteinander in der Gesellschaft.

Angesichts dieser Situation und inmitten des Prozesses haben wir entschieden, die Inszenierungen »Rohe Herzen« und »Beben« des Regisseurs Volker Metzler ab sofort aus unserem Programm zu nehmen. 

Florian Stiehler
Geschäftsführender Direktor und kommissarischer Intendant
Karola Marsch
Leitende Dramaturgin und Theaterpädagogin
Thomas Fiedler
Chefregisseur
Die Welt ist ein Kriegsschauplatz. Überall bekriegen, hintergehen, töten sich Menschen oder lachen sich aus und feiern im permanenten Onlinestatus nichts als die absolute Gegenwart. Der Mann an der Kante von Ulro erfreut sich an diesem jahrtausendalten Treiben.
Er zieht die Menschen wie Spielfiguren aus seinen Manteltaschen und setzt sie aus in die kalte Gegenwart ohne Liebe, ohne Rücksichtnahme, ohne Empathie. Doch plötzlich rumort etwas, dröhnt. Es rüttelt und schüttelt und man kann nicht mehr weitermachen wie bisher. Jetzt geht es um alles: das Leben, den Tod, die Vergangenheit, die Zukunft. Alles ist miteinander verwoben und alles kann gewendet werden.

Maria Milisavljević (geboren 1982) erhielt für »Beben« 2013 den Kleist-Förderpreis für junge Dramatik und wurde 2016 mit dem AutorenPreis des Heidelberger Stückemarktes und dem Else-Lasker-Schüler-Förderpreis ausgezeichnet. Mit diesem hochpolitischen Stoff hat sich Volker Metzler als Schauspieldirektor am THEATER AN DER PARKAUE vorgestellt. Die Inszenierung wurde für den Friedrich-Luft-Preis 2018 und den Ikarus-Preis 2018 nominiert. Sie glänzt durch ihre Brüche, Höhenflüge und ein atemberaubendes Ensemble.

Drum & Dran

Presse

Die gewünschte bedrohliche Stimmung entsteht durch großformatige Videos [...], Verrenkungen und spitze Schreie der Schauspieler und die rausgeschleuderten, manchmal nur gestammelten Textbrocken.
www.freitag.de
Der Text ist ein dichtes, vielschichtiges Gewebe, die Schauspieler pendeln zwischen tändelndem Leichtsinn und furchtbarem Ernst – man hat das Gefühl, dass es um alles geht. Um unsere moderne Gesellschaft und darum, wie sie sich gerade zugleich banalisiert und verroht.
www.zitty.de
Ein faszinierender Text, hochkomplex, verwirrend, immer wieder auf falsche Fährte lockend, abbrechend und neu ansetzend, wild zwischen den Ebenen springend. Ein Weltpanorama in Fragmenten. Perfektes Material also für das Jugendtheater? Vielleicht schon. Zumindest wenn man es so anpackt wie Metzler.
stagescreen.wordpress.com
Wirkungsvoll wird die 90-minütige Inszenierung neben der Spielfreude der Darsteller durch das begleitende Zusammenspiel erschreckender und einfühlsamer Videos von Wolfgang Gaube in der richtigen Dosis. Poetisch gespenstisch wirkt, wenn sich die Schauspieler an die Wände gelehnt mit sich im Wind wiegenden Ästen vereinen. Dazu kommt ein im Ganzen beachtenswertes Lichtkonzept von Thomas Reisener. Die Bühne, konzipiert von Claudia Charlotte Burchard, wirkt - völlig in Weiß gehalten - mit den beiden künstlerischen Zugaben größer, als sie ist.
Neues Deutschland