ab 8 Jahren

Räuberlieder sind für alle da

von Bart Moeyaert
Deutschsprachige Erstaufführung
Dauer: 60 Minuten
Premiere: 29. September 2005
Undine muss mit einer neuen Lebenssituation zurecht kommen: Der Vater hat die Familie verlassen und nun ist nichts mehr wie vorher. Er fehlt Undine beim Spielen, beim Singen ihres Räuberliedes, das er nur für sie erfunden hat. Die Mutter hat für all das keine Zeit. Sie kümmert sich um Undines kleine Geschwister, die Wäsche, das Frühstück, das Zähneputzen.

Nachts streift Undine durch die Stadt und singt ihr Räuberlied. Jetzt sagt ihr keiner, was sie zu tun und zu lassen und zu denken und zu machen hat. Zurück in ihrem Bett denkt sie sich ihr Zuhause neu: eine neue Mutter, neue Geschwister, einen neuen Hund. Am Morgen ist alles beim Alten und Undine muss beim Broteschmieren helfen. Ihre Wut über das Verlassensein vom Vater lässt sie an der Mutter aus. Die beiden führen einen erbitterten Kampf. Als Undine ihr Räuberlied eines Nachts eine andere Frau singen hört, ist ihre Enttäuschung maßlos: Der Vater hat ihr gemeinsames Geheimnis verraten.

Das Stück des belgischen Autors Bart Moeyaert beschreibt den Moment der Krise für Undine, aus der sie nur selbst herauszufinden vermag, wobei ihr niemand helfen kann. Sie muss den Willen des Weitergehens selbst aufbringen. Gegen alle Widerstände des Erinnerns, des Festhaltenwollens emanzipiert sie sich zu einem Blick nach vorn.
Spielort: Bühne 3 | Dauer: 60 Minuten
Regie: Sascha Bunge | Bühne + Kostüm: Moritz Müller | Theaterpädagogik: Karola Marsch | mit: Corinna Mühle, Franziska Ritter