13 – 16 Jahre | 8. – 11. Klasse

Das Ende von Eddy

von Édouard Louis (2014)
aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel
Dauer: 90 Minuten
Premiere: 13. Juni 2017
Es riecht nach Fisch. Der Fernseher läuft. Die Fäuste von Eddy Bellegueules Vater haben Dellen in den Wänden hinterlassen. Schonungslos konfrontiert er uns mit der Welt seiner Kindheit: Echte Kerle weinen nicht. Echte Kerle spielen Fußball. Echte Kerle lieben Mädchen. Auch Eddy küsst Mädchen, aber es funktioniert nicht: Eddy ist anders. In dieser Welt ist kein Platz für ihn. Er muss fliehen. 

Édouard Louis legt in seinem autobiographischen Roman alle Kämpfe eines homosexuellen Jungen aus armen Verhältnissen offen. Reduziert auf eine schwarze, viereckige Fläche steht in der Inszenierung von Leyla-Claire Rabih die Sprache im Fokus. Alle vier Schauspieler*innen wechseln immer wieder die Rollen und Perspektiven, sind mal Erzähler*in, mal Figur, mal Opfer, mal Täter*in. Dicht und lebendig lassen sie gemeinsam die soziale und emotionale Enge von Eddy Bellegueules Kindheit entstehen. 
Spielort: Bühne 3 | Dauer: 90 Minuten
Regie: Leyla-Claire Rabih | Bühne + Kostüme: Stefan Oppenländer | Sound: Anouschka Trocker | Dramaturgie: Almut Pape | Theaterpädagogik: Nils Deventer, Anne Britting | mit: Nico Ehrenteit, Laura Lippmann, Andrej von Sallwitz, Robert Zimmermann
Mit freundlicher Unterstützung von:

Drum & Dran

Presse

Schönste Stelle kam am Stückschluss: Wo der Vater seinem Sohn, als dieser bei 'nem Casting für die Aufnahme auf ein gehob'nes Bildungsinstitut vorsprechen musste, 20 Euro gab - Geld, was er eigentlich dann gar nicht richtig flüssig hatte, weil er ja bereits seit Jahren krank sowie Sozialhilfeempfänger war; da kam dann aber diese Vater-Sohnes-Liebe, die über das leidlich ‚schwule Thema‘ irgendwie obsiegte, durch, und das rührte dann schon zu Tränen.
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