Kunst und Nachhaltigkeit verbinden
Die Bühnenbildnerin Eva Lochner und die Dramaturgin Leonie Graf haben zusammen im Projekt „Love Lab“ gearbeitet und dabei besonders auf Nachhaltigkeit geachtet. Über den Prozess und was das Thema Nachhaltigkeit in der Praxis mit sich bringt, sprachen sie mit Arya Hector.
ARYA An der Parkaue gibt es jetzt das Fonds-Zero-Projekt „Love Lab“. Diesen Fonds hat die Kulturstiftung des Bundes ins Leben gerufen, um Kulturprojekte zu fördern, die möglichst nachhaltig produziert werden. Was hat dich als Bühnenbildnerin an diesem Projekt gereizt, Eva?
EVA Ich habe tatsächlich bereits für Fonds Zero-Projekte gearbeitet und habe gelernt, dass man vor dem Wort „Nachhaltigkeit“ keine Angst haben muss. Für viele klingt das erstmal nach einer großen Hürde, aber das ist es nicht. Ich gehe das eher wie eine spielerische Challenge an.
ARYA Das „Love Lab“ ist auch keine klassische Theater-Produktion. Was hat es damit auf sich?
LEONIE Das „Love Lab“ ist eine Weiterentwicklung eines früheren Residenzformats für Künstler*innen mit Behinderungen. Im Mittelpunkt stehen die Themen Liebe, Körper und Sexualität für ein junges Publikum. Anders als bei klassischen Inszenierungen steht hier nicht eine fertige Premiere im Vordergrund, sondern der gemeinsame künstlerische Prozess. Künstler*innen mit und ohne Behinderungen arbeiten in inklusiven Teams zusammen – sowohl auf als auch hinter der Bühne. Für uns als Theater ist das ein wichtiger Schritt, um Inklusion strukturell mitzudenken und neue Arbeitsweisen langfristig ins Theater zu übertragen.
Eine Besonderheit des „Love Labs“ ist es, dass das Bühnenbild bereits vor Beginn des Probenprozesses entwickelt wurde. Es gibt außerdem zwei Arbeitspräsentationen – eine für Kinder ab sechs Jahren zum Thema Liebe und eine für Jugendliche ab 14 Jahren zum Thema Sexualität – die beide in derselben Bühneninstallation stattfinden werden.
LEONIE Das „Love Lab“ ist eine Weiterentwicklung eines früheren Residenzformats für Künstler*innen mit Behinderungen. Im Mittelpunkt stehen die Themen Liebe, Körper und Sexualität für ein junges Publikum. Anders als bei klassischen Inszenierungen steht hier nicht eine fertige Premiere im Vordergrund, sondern der gemeinsame künstlerische Prozess. Künstler*innen mit und ohne Behinderungen arbeiten in inklusiven Teams zusammen – sowohl auf als auch hinter der Bühne. Für uns als Theater ist das ein wichtiger Schritt, um Inklusion strukturell mitzudenken und neue Arbeitsweisen langfristig ins Theater zu übertragen.
Eine Besonderheit des „Love Labs“ ist es, dass das Bühnenbild bereits vor Beginn des Probenprozesses entwickelt wurde. Es gibt außerdem zwei Arbeitspräsentationen – eine für Kinder ab sechs Jahren zum Thema Liebe und eine für Jugendliche ab 14 Jahren zum Thema Sexualität – die beide in derselben Bühneninstallation stattfinden werden.


ARYA Wie ist aus diesen eher ungewöhnlichen Anforderungen das Bühnenbild entstanden, Eva?
EVA Das erste Bild, das mir in den Sinn kam, war ein möglichst offener Raum, in dem man sich frei in alle Richtungen bewegen kann. Er sollte sowohl für jüngere Kinder als auch für die Jugendlichen etwas zu gucken und zu entdecken geben. Außerdem sollten alle Bühnenelemente bespielbar sein und nicht lediglich der Dekoration dienen. Deswegen stand ich auch viel im Austausch mit der Regie und den Performer*innen.
Optisch war meine Inspiration der „Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch, aus dem ich mir einzelne Elemente rausgenommen habe. Und so gibt es jetzt einen Teich, eine Blüte, einen Hügel, einen Pavillon und einen Regenwurm auf der Bühne. Aber alles ein bisschen verfremdet, monströs und haarig. So wie sich eben auch der eigene Körper während der Pubertät anfühlen kann. Es gibt auch eine gewisse Assoziation zu Geschlechtsteilen. Die Elemente sind da ganz bewusst vieldeutig und etwas frivol aufgeladen.
EVA Das erste Bild, das mir in den Sinn kam, war ein möglichst offener Raum, in dem man sich frei in alle Richtungen bewegen kann. Er sollte sowohl für jüngere Kinder als auch für die Jugendlichen etwas zu gucken und zu entdecken geben. Außerdem sollten alle Bühnenelemente bespielbar sein und nicht lediglich der Dekoration dienen. Deswegen stand ich auch viel im Austausch mit der Regie und den Performer*innen.
Optisch war meine Inspiration der „Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch, aus dem ich mir einzelne Elemente rausgenommen habe. Und so gibt es jetzt einen Teich, eine Blüte, einen Hügel, einen Pavillon und einen Regenwurm auf der Bühne. Aber alles ein bisschen verfremdet, monströs und haarig. So wie sich eben auch der eigene Körper während der Pubertät anfühlen kann. Es gibt auch eine gewisse Assoziation zu Geschlechtsteilen. Die Elemente sind da ganz bewusst vieldeutig und etwas frivol aufgeladen.


ARYA Viele unterschiedliche Gegenstände klingt erstmal nach vielen unterschiedlichen Materialien. Schafft man es bei der Herstellung der Bühnenelemente nachhaltig zu sein?
EVA Kunst und Ästhetik haben für mich immer top Priorität. Ich verstehe mich als Bühnenbildnerin und möchte Räume schaffen, die visuell und atmosphärisch wirken – gerade für ein junges Publikum. Das umzusetzen bedarf dann viel Experimentierfreudigkeit: mit nachhaltigen Materialien, alternativen Bauweisen oder auch 3D-Druck. Dabei zeigt sich aber oft, dass manche Lösungen entweder extrem aufwendig, körperlich belastend oder schlicht zu teuer sind. Genau deshalb ist dieser Experimentier-Prozess wichtig – um herauszufinden, welche nachhaltigen Ansätze in der Praxis tatsächlich funktionieren.
„Kunst und Nachhaltigkeit sollten sich nicht widersprechen – im Gegenteil.“
Leonie
Für den Regenwurm in „Love Lab“ wollte ich beispielsweise Schafswolle als Füllmaterial verwenden. Schafe, die beispielsweise in der Landschaftspflege eingesetzt werden, müssen natürlich trotzdem geschoren werden. Und diese Wolle wird tatsächlich in der Regel einfach weggeworfen. An sich wäre das perfekt für uns gewesen.
Dann habe ich aber erfahren, dass diese Schafswolle in der Kategorie 3 wie bestimmte Schlachtabfälle gelistet wird und gar nicht herausgegeben werden darf. Der Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg e.V. hat mich aber an eine Woll-Textilfirma verwiesen, deren Produktionsreste wir geschenkt bekamen. Wir haben schlussendlich so viel Material bekommen, dass wir jetzt Sitzsäcke ohne Ende herstellen können. Da profitieren also auch zukünftige Produktionen dieses Hauses von.
Dann habe ich aber erfahren, dass diese Schafswolle in der Kategorie 3 wie bestimmte Schlachtabfälle gelistet wird und gar nicht herausgegeben werden darf. Der Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg e.V. hat mich aber an eine Woll-Textilfirma verwiesen, deren Produktionsreste wir geschenkt bekamen. Wir haben schlussendlich so viel Material bekommen, dass wir jetzt Sitzsäcke ohne Ende herstellen können. Da profitieren also auch zukünftige Produktionen dieses Hauses von.
ARYA Was unterscheidet ein bewusst nachhaltiges Bühnenbild von einem „normalen“ Bühnenbild?
EVA Tatsächlich sind viele Bühnenbilder schon nachhaltiger als man erstmal denken könnte. Grund dafür ist, dass das Budget meist knapp ist und man dadurch automatisch immer darüber nachdenkt, wie man am besten Kosten und Material sparen kann. Da werden dann zum Beispiel Holzplatten im Bühnenbild verbaut, die schon dreimal für andere Produktionen im Bühnenboden installiert waren.
Bühnenbild ist immer ein Abwägen zwischen Ästhetik, Materialität und praktischen Anforderungen. Vermeintlich nachhaltigere Alternativen sind nicht zwangsläufig die optimale Lösung. Da gilt es dann, die besten Kompromisse zu finden. Nachhaltigkeit ist da einfach ein weiterer Faktor in dieser Rechnung. Optisch sieht ein nachhaltiges Bühnenbild dann im besten Fall genau so aus, wie ein ganz Reguläres.
EVA Tatsächlich sind viele Bühnenbilder schon nachhaltiger als man erstmal denken könnte. Grund dafür ist, dass das Budget meist knapp ist und man dadurch automatisch immer darüber nachdenkt, wie man am besten Kosten und Material sparen kann. Da werden dann zum Beispiel Holzplatten im Bühnenbild verbaut, die schon dreimal für andere Produktionen im Bühnenboden installiert waren.
Bühnenbild ist immer ein Abwägen zwischen Ästhetik, Materialität und praktischen Anforderungen. Vermeintlich nachhaltigere Alternativen sind nicht zwangsläufig die optimale Lösung. Da gilt es dann, die besten Kompromisse zu finden. Nachhaltigkeit ist da einfach ein weiterer Faktor in dieser Rechnung. Optisch sieht ein nachhaltiges Bühnenbild dann im besten Fall genau so aus, wie ein ganz Reguläres.
ARYA Kunst und Nachhaltigkeit stehen sich also nicht im Weg?
LEONIE Ich finde eigentlich nicht, dass sich Kunst und Nachhaltigkeit widersprechen sollten – im Gegenteil. Kunst braucht Zeit, Ressourcen und Fürsorge, damit nachhaltige Prozesse entstehen können. Gerade die schnellen, kurzfristigen Produktionen verschwinden oft wieder schnell, während gut geplante Kunst im besten Fall etwas bei den Menschen hinterlässt und langfristig wirkt.
Deshalb sehe ich in der Verbindung von Kunst und Nachhaltigkeit großes Potenzial. Mit mehr finanziellen und personellen Ressourcen könnten Theater noch stärker mit anderen gesellschaftlichen Bereichen zusammenarbeiten und sich weiter öffnen. Vielleicht klingt das utopisch, aber ich finde den Gedanken schön, Kunst und nachhaltiges Handeln viel enger miteinander zu verbinden.
Deshalb sehe ich in der Verbindung von Kunst und Nachhaltigkeit großes Potenzial. Mit mehr finanziellen und personellen Ressourcen könnten Theater noch stärker mit anderen gesellschaftlichen Bereichen zusammenarbeiten und sich weiter öffnen. Vielleicht klingt das utopisch, aber ich finde den Gedanken schön, Kunst und nachhaltiges Handeln viel enger miteinander zu verbinden.
ARYA Ist Nachhaltigkeit auch in der Dramaturgie Thema?
LEONIE Definitiv. Nachhaltigkeit zeigt sich in der Dramaturgie allerdings weniger in der Materialfrage, sondern vor allem in den künstlerischen Prozessen und der Zusammenarbeit. Dabei geht es darum, langfristige Beziehungen zu Künstler*innen aufzubauen und verlässliche Arbeitsstrukturen zu schaffen. Gerade im Hinblick auf Inklusion bedeutet Nachhaltigkeit für uns, Türen für behinderte Künstler*innen dauerhaft zu öffnen. Denn echte Teilhabe entsteht nicht durch ein einzelnes Projekt, sondern durch kontinuierliche Zusammenarbeit, Vertrauen und gemeinsame Erfahrungsräume. Wenn Künstler*innen immer wieder an ein Haus zurückkehren können, entstehen Routinen, Wissen und Arbeitsweisen, die langfristig Veränderungen in den Theaterstrukturen bewirken.
LEONIE Definitiv. Nachhaltigkeit zeigt sich in der Dramaturgie allerdings weniger in der Materialfrage, sondern vor allem in den künstlerischen Prozessen und der Zusammenarbeit. Dabei geht es darum, langfristige Beziehungen zu Künstler*innen aufzubauen und verlässliche Arbeitsstrukturen zu schaffen. Gerade im Hinblick auf Inklusion bedeutet Nachhaltigkeit für uns, Türen für behinderte Künstler*innen dauerhaft zu öffnen. Denn echte Teilhabe entsteht nicht durch ein einzelnes Projekt, sondern durch kontinuierliche Zusammenarbeit, Vertrauen und gemeinsame Erfahrungsräume. Wenn Künstler*innen immer wieder an ein Haus zurückkehren können, entstehen Routinen, Wissen und Arbeitsweisen, die langfristig Veränderungen in den Theaterstrukturen bewirken.
ARYA Nachhaltigkeit nicht ökologisch, sondern sozial gedacht. Wird in der Dramaturgie dennoch auch praktisch mit Nachhaltigkeit gearbeitet?
LEONIE Auf jeden Fall. Einerseits dadurch, dass wir uns mit der Förderung dazu entschieden haben, ein Bühnenbild für zwei Projekte zu entwickeln. Das entstand eher aus einem praktischen und technischen Gedanken heraus, fanden wir dann aber auch dramaturgisch sehr spannend, da dadurch neue Verbindungen zwischen den Arbeiten entstehen.
LEONIE Auf jeden Fall. Einerseits dadurch, dass wir uns mit der Förderung dazu entschieden haben, ein Bühnenbild für zwei Projekte zu entwickeln. Das entstand eher aus einem praktischen und technischen Gedanken heraus, fanden wir dann aber auch dramaturgisch sehr spannend, da dadurch neue Verbindungen zwischen den Arbeiten entstehen.
„Ich gehe das eher wie eine spielerische Challenge an.“
Eva
Hierfür benötigt man eine gute Zusammenarbeit, viel Kommunikation auf kurzem Wege und ein gemeinsames Interesse an der Idee. Bei Themen wie Nachhaltigkeit ist es wichtig, wenn einzelne Personen im Haus dafür brennen. Diese Offenheit und Begeisterung springt dann auch auf andere rüber. Ohne diese innere Haltung helfen am Ende auch Fördergelder oder Konzepte nicht weiter.
Das ist dann eigentlich der spannende Prozess, der mir am meisten Spaß macht. Wir schauen gemeinsam mit den Gewerken, was schon vorhanden ist, welche Materialien sich eignen und wie man Ideen weiterentwickeln kann. Das funktioniert sehr gut, weil die Gewerke da nicht nur technisch arbeiten, sondern auch kreativ mitdenken. So entstehen meist die besten Lösungen!
Das ist dann eigentlich der spannende Prozess, der mir am meisten Spaß macht. Wir schauen gemeinsam mit den Gewerken, was schon vorhanden ist, welche Materialien sich eignen und wie man Ideen weiterentwickeln kann. Das funktioniert sehr gut, weil die Gewerke da nicht nur technisch arbeiten, sondern auch kreativ mitdenken. So entstehen meist die besten Lösungen!


EVA Andererseits entsteht Nachhaltigkeit im Theater oft weniger durch feste Vorgaben als durch Zusammenarbeit und Austausch. Zuallererst steht in einer Projektentwicklung der künstlerische Entwurf im Mittelpunkt. Erst danach überlegen wir gemeinsam mit den Werkstätten und technischen Abteilungen, wie sich Ideen praktisch und möglichst nachhaltig umsetzen lassen.
Das „Love Lab“ hat besonders viel Kommunikation und Abstimmung benötigt, weil hier zwei Teams gemeinsam mit einem Bühnenbild gearbeitet haben. Das war für alle erstmal ungewohnt und hat viele Gespräche erfordert. Gleichzeitig sind daraus aber auch neue Ideen und Dynamiken entstanden.
LEONIE Das ist auch dem Laborformat zu danken, das uns etwas Raum gibt, Dinge auszuprobieren, ohne sofort perfekte Lösungen liefern zu müssen. Früher sind Bühnenbilder in diesem Format oft sehr kurzfristig entstanden und hatten auch kein großes Budget.
Für das „Love Lab“ haben wir aber glücklicherweise mehr Zeit und Geld gehabt, dass wir auch darüber nachdenken konnten, wie man die verwendeten Materialien und Elemente auch nach dem „Love Lab“ und in Zukunft weiternutzen könnte. Vielleicht wird der Regenwurm für das nächste Theaterfest zur Sitzbank oder vielleicht schafft es die Blüte in eine kommende Produktion.
Das „Love Lab“ hat besonders viel Kommunikation und Abstimmung benötigt, weil hier zwei Teams gemeinsam mit einem Bühnenbild gearbeitet haben. Das war für alle erstmal ungewohnt und hat viele Gespräche erfordert. Gleichzeitig sind daraus aber auch neue Ideen und Dynamiken entstanden.
LEONIE Das ist auch dem Laborformat zu danken, das uns etwas Raum gibt, Dinge auszuprobieren, ohne sofort perfekte Lösungen liefern zu müssen. Früher sind Bühnenbilder in diesem Format oft sehr kurzfristig entstanden und hatten auch kein großes Budget.
Für das „Love Lab“ haben wir aber glücklicherweise mehr Zeit und Geld gehabt, dass wir auch darüber nachdenken konnten, wie man die verwendeten Materialien und Elemente auch nach dem „Love Lab“ und in Zukunft weiternutzen könnte. Vielleicht wird der Regenwurm für das nächste Theaterfest zur Sitzbank oder vielleicht schafft es die Blüte in eine kommende Produktion.
ARYA Wenn man das alles zusammennimmt – Ressourcenbewusstsein, neue Arbeitsweisen und gemeinsame Ausprobieren – würdet ihr sagen, dass das „Love Lab“ ein gutes Beispiel dafür sein kann, wie Nachhaltigkeit im Theater funktionieren kann?
LEONIE Ja, ich glaube schon. Nachhaltigkeit beginnt für mich beim bewussten Umgang mit Ressourcen, geht aber viel weiter – hin zu der Frage, wie wir intern arbeiten und Strukturen immer wieder hinterfragen und weiterentwickeln.
EVA Und genau das passiert im „Love Lab“ auch praktisch: Man arbeitet mit dem, was da ist, entwickelt weiter und bleibt offen für Veränderung. Dieses gemeinsame Schaffen gibt auch einen totalen Motivationsschub.
LEONIE Es geht nicht darum, alles neu zu machen, sondern das Vorhandene ernst zu nehmen und mit mehr Bewusstsein weiterzudenken. Und diese Einstellung, Wandel als etwas Produktives zu verstehen, ist für mich ein zentraler Teil von Nachhaltigkeit im Theater.
LEONIE Ja, ich glaube schon. Nachhaltigkeit beginnt für mich beim bewussten Umgang mit Ressourcen, geht aber viel weiter – hin zu der Frage, wie wir intern arbeiten und Strukturen immer wieder hinterfragen und weiterentwickeln.
EVA Und genau das passiert im „Love Lab“ auch praktisch: Man arbeitet mit dem, was da ist, entwickelt weiter und bleibt offen für Veränderung. Dieses gemeinsame Schaffen gibt auch einen totalen Motivationsschub.
LEONIE Es geht nicht darum, alles neu zu machen, sondern das Vorhandene ernst zu nehmen und mit mehr Bewusstsein weiterzudenken. Und diese Einstellung, Wandel als etwas Produktives zu verstehen, ist für mich ein zentraler Teil von Nachhaltigkeit im Theater.
Spielzeit 2025/26 · Fotos: David Baltzer, Dave Großmann
