Kinder- und Jugendtheater fördern und schützen!
Positionen des Arbeitskreises Berliner Kinder- und Jugendtheater zur Wahl des 20. Berliner Abgeordnetenhaus 2026
Sehr geehrte Kandidat*innen, liebe Parteien,
wir freuen uns über die politische Aufmerksamkeit und die parteiübergreifende Wertschätzung, die das Kinder- und Jugendtheater in den vergangenen Legislaturen erfahren hat. Das ist ein wichtiges Zeichen für unsere Stadt, in der 635.520 Berliner*innen im Jahr 2025 unter 18 Jahre alt waren und damit 16% der Gesamtbevölkerung Berlins stellten.
Unsere Aufgaben, Resonanzräume für Kinder und Jugendliche zu öffnen, kulturelle Teilhabe kontinuierlich auszubauen und gemeinschaftliches Zusammenleben zu erproben, sind wichtiger denn je: Die multiplen Krisen unserer Zeit prägen das Aufwachsen unseres Publikums und stellen es vor enorme Herausforderungen. Dabei sind Kinder und Jugendliche in der Minderheit und machen immer wieder die Erfahrung, dass ihre Stimmen im politischen und gesellschaftlichen Raum nicht oder nur unzureichend gehört werden. So schwindet das Vertrauen junger Menschen in demokratische Prozesse und Institutionen in beängstigendem Umfang.
Um Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, die aktuellen Krisen zu verarbeiten und gestärkt zu bestehen, brauchen ihre Theater, Einrichtungen und Gruppen eine stabile Basis und müssen in ihrer Vielfalt erhalten, gestärkt und ausgebaut werden. Zwar wurde Theater für junges Publikum als kulturpolitische Schwerpunktsetzung von der Haushaltskonsolidierung weniger schwer getroffen, die strukturelle Unterfinanzierung im Vergleich zum Theater für Erwachsene bleibt aber bestehen. Inflation, steigende Tarife und Honoraruntergrenzen haben selbst bei gleichbleibenden Zuwendungshöhen für eine Reduktion des Angebots gesorgt.
Wir schaffen Zugänge: Wir sind der Erstkontakt mit Theater. Wir arbeiten an der Schnittstelle zwischen Kunst, gesellschaftlicher Teilhabe und kultureller Bildung. Publikum von morgen gibt es nur, wenn es wohnortnahe Angebote gibt: Dafür schaffen wir mit unseren vielfältigen Größen, Rechtsformen und Strukturen in allen Bezirken Berlins kulturelle Erlebnisse für junges Publikum. Diese Vielfalt ist eine Stärke der Berliner Kinder- und Jugendtheaterszene und in ihrer Komplexität gleichzeitig eine Herausforderung für das Fördersystem.
Wir sind das Theater von morgen: Das Kinder- und Jugendtheater ist besonders innovativ und zeichnet sich durch eine Vielfalt an Erzählformen, Ästhetiken und Themen aus. In puncto Diversität, Partizipation und Inklusion ist es oftmals beispielgebender Vorreiter. Die Kinder- und Jugendtheater sind zudem unverzichtbar für den künstlerischen Nachwuchs.
Wir praktizieren Partizipation: In unseren vermittelnden und partizipativen Formaten ermöglichen wir Selbstwirksamkeit. Eigenes künstlerisches Schaffen und Reflektieren ist für Kinder und Jugendliche entscheidend, da es Selbstbewusstsein, soziale Kompetenzen (Empathie, Teamwork) und demokratisches Handeln durch Mitbestimmung fördert. Partizipation ermöglicht kreative Selbstentfaltung, stärkt die Identifikation mit Kunst/Kultur und verwandelt junge Menschen von passiv Zuschauenden zu aktiv Gestaltenden.
Wir arbeiten nachhaltig: Kinder- und Jugendtheater spielen in der Regel Repertoire. Viele Stücke bleiben jahrelang im Programm. Das ist extrem nachhaltig, spiegelt sich aber nicht in unseren Budgets: Den meisten Häusern ist es nicht möglich, die Honoraruntergrenzen einzuhalten, sobald Produktionsförderungen auslaufen und die Vorstellungskosten aus den eigenen Mitteln bestritten werden müssen. In einer immer teurer werdenden Stadt führt dies zu immer weniger Vorstellungen.
In unserem Publikum zeigt sich die Vielfalt der Berliner Stadtgesellschaft: Wir arbeiten partnerschaftlich mit Schulen, Kitas und anderen Bildungseinrichtungen und erreichen so mit unseren Vorstellungen Kinder und Jugendliche aller gesellschaftlichen Gruppen, unabhängig vom Bildungshintergrund und vom Geldbeutel der Eltern. Anders als Kulturinstitutionen für erwachsenes Publikum können wir daher aber Finanzierungslücken nicht über erhöhte Eintrittspreise ausgleichen: Bereits jetzt ist jedes vierte Kind in Berlin von Armut bedroht und schon eine geringe Erhöhung würde bedeuten, dass Eltern ihre Kinder eher krankmelden, als sie zum Theaterbesuch zu schicken.
wir freuen uns über die politische Aufmerksamkeit und die parteiübergreifende Wertschätzung, die das Kinder- und Jugendtheater in den vergangenen Legislaturen erfahren hat. Das ist ein wichtiges Zeichen für unsere Stadt, in der 635.520 Berliner*innen im Jahr 2025 unter 18 Jahre alt waren und damit 16% der Gesamtbevölkerung Berlins stellten.
Unsere Aufgaben, Resonanzräume für Kinder und Jugendliche zu öffnen, kulturelle Teilhabe kontinuierlich auszubauen und gemeinschaftliches Zusammenleben zu erproben, sind wichtiger denn je: Die multiplen Krisen unserer Zeit prägen das Aufwachsen unseres Publikums und stellen es vor enorme Herausforderungen. Dabei sind Kinder und Jugendliche in der Minderheit und machen immer wieder die Erfahrung, dass ihre Stimmen im politischen und gesellschaftlichen Raum nicht oder nur unzureichend gehört werden. So schwindet das Vertrauen junger Menschen in demokratische Prozesse und Institutionen in beängstigendem Umfang.
Um Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, die aktuellen Krisen zu verarbeiten und gestärkt zu bestehen, brauchen ihre Theater, Einrichtungen und Gruppen eine stabile Basis und müssen in ihrer Vielfalt erhalten, gestärkt und ausgebaut werden. Zwar wurde Theater für junges Publikum als kulturpolitische Schwerpunktsetzung von der Haushaltskonsolidierung weniger schwer getroffen, die strukturelle Unterfinanzierung im Vergleich zum Theater für Erwachsene bleibt aber bestehen. Inflation, steigende Tarife und Honoraruntergrenzen haben selbst bei gleichbleibenden Zuwendungshöhen für eine Reduktion des Angebots gesorgt.
Wir schaffen Zugänge: Wir sind der Erstkontakt mit Theater. Wir arbeiten an der Schnittstelle zwischen Kunst, gesellschaftlicher Teilhabe und kultureller Bildung. Publikum von morgen gibt es nur, wenn es wohnortnahe Angebote gibt: Dafür schaffen wir mit unseren vielfältigen Größen, Rechtsformen und Strukturen in allen Bezirken Berlins kulturelle Erlebnisse für junges Publikum. Diese Vielfalt ist eine Stärke der Berliner Kinder- und Jugendtheaterszene und in ihrer Komplexität gleichzeitig eine Herausforderung für das Fördersystem.
Wir sind das Theater von morgen: Das Kinder- und Jugendtheater ist besonders innovativ und zeichnet sich durch eine Vielfalt an Erzählformen, Ästhetiken und Themen aus. In puncto Diversität, Partizipation und Inklusion ist es oftmals beispielgebender Vorreiter. Die Kinder- und Jugendtheater sind zudem unverzichtbar für den künstlerischen Nachwuchs.
Wir praktizieren Partizipation: In unseren vermittelnden und partizipativen Formaten ermöglichen wir Selbstwirksamkeit. Eigenes künstlerisches Schaffen und Reflektieren ist für Kinder und Jugendliche entscheidend, da es Selbstbewusstsein, soziale Kompetenzen (Empathie, Teamwork) und demokratisches Handeln durch Mitbestimmung fördert. Partizipation ermöglicht kreative Selbstentfaltung, stärkt die Identifikation mit Kunst/Kultur und verwandelt junge Menschen von passiv Zuschauenden zu aktiv Gestaltenden.
Wir arbeiten nachhaltig: Kinder- und Jugendtheater spielen in der Regel Repertoire. Viele Stücke bleiben jahrelang im Programm. Das ist extrem nachhaltig, spiegelt sich aber nicht in unseren Budgets: Den meisten Häusern ist es nicht möglich, die Honoraruntergrenzen einzuhalten, sobald Produktionsförderungen auslaufen und die Vorstellungskosten aus den eigenen Mitteln bestritten werden müssen. In einer immer teurer werdenden Stadt führt dies zu immer weniger Vorstellungen.
In unserem Publikum zeigt sich die Vielfalt der Berliner Stadtgesellschaft: Wir arbeiten partnerschaftlich mit Schulen, Kitas und anderen Bildungseinrichtungen und erreichen so mit unseren Vorstellungen Kinder und Jugendliche aller gesellschaftlichen Gruppen, unabhängig vom Bildungshintergrund und vom Geldbeutel der Eltern. Anders als Kulturinstitutionen für erwachsenes Publikum können wir daher aber Finanzierungslücken nicht über erhöhte Eintrittspreise ausgleichen: Bereits jetzt ist jedes vierte Kind in Berlin von Armut bedroht und schon eine geringe Erhöhung würde bedeuten, dass Eltern ihre Kinder eher krankmelden, als sie zum Theaterbesuch zu schicken.
Wir fordern
- Kinder und Jugendliche müssen in der Kulturagenda 2035 von Anfang an mitgedacht werden.
- Die Stärkung der Kinder- und Jugendtheater muss eine Schwerpunktsetzung in den kulturpolitischen Programmen der demokratischen Parteien und im zu verhandelnden Koalitionsvertrag bleiben.
- Theater und Tanz für junges Publikum muss dieselben Produktionsbedingungen und Mittel wie Theater für erwachsenes Publikum erhalten. Kinder- und Jugendtheater müssen in die Lage versetzt werden, Tarif- und Honorarverordnungen bzw. Honoraruntergrenzen konsequent einhalten zu können. Dafür braucht es eine Erhöhung der Mittel.
- Bestehende Räume müssen gesichert, dezentrale Spiel-, Produktions- und Aufführungsstätten weiter ausgebaut werden.
- Der Etat des JugendKulturServices muss erhöht werden, um Theaterbesuche für Schulen und Kitas bezahlbar zu halten und damit zu ermöglichen. Insbesondere die Freikartenregelung für Begleitpersonen sowie die Besucher*innenförderung von derzeit nur 2 € pro Ticket müssen dringend an die real gestiegenen Ticketpreise angepasst werden.
- Für Kontinuität und eine angemessene Größe des Angebots für Kinder und Jugendliche muss eine größere Unabhängigkeit der künstlerischen Arbeit von Drittmitteln, eine anteilige Berücksichtigung des Kinder- und Jugendtheaters bei Förderentscheidungen in allen verfügbaren Instrumenten sowie eine einfachere bzw. unbürokratische Drittmittelbeantragung und -bewirtschaftung erreicht werden.
Der Arbeitskreis der Berliner Kinder- und Jugendtheater bietet der Kultur- und Bildungsverwaltung als auch dem Parlament mit seinen entsprechenden Ausschüssen strategische und praxis- orientierte Beratung für die Sicherung des Theaterangebots für junge Berliner*innen. Wir freuen uns auf den Austausch und die gemeinsame Arbeit und senden Ihnen die besten Wünsche für die Wahl!
Für den Arbeitskreis der Berliner Kinder- und Jugendtheater:
Atze Musiktheater; Thomas Sutter, Katja Dittmann
Das Weite Theater; Björn Langhans
Grips Theater; Natalie Driemeyer, Thomas Keller, Winfried Tobias, Jutta Brinkschulte
Figurentheater; Ute Kahmann
Junges Tanzhaus Berlin; Livia Patrizi
Schaubude Berlin; Tim Sandweg
Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin; Christina Schulz, Alexander Riemenschneider
Theater Jaro; Katja Behounek-Pölzer, Martin Pölzer
Theater Morgenstern; Pascale Senn Koch, Daniel Koch
Theater o.N.; Dagmar Domrös, Doreen Markert, Vera Strobel
Theater Strahl; Anna Vera Kelle, Karen Giese, Matthias Kelle
Das Weite Theater; Björn Langhans
Grips Theater; Natalie Driemeyer, Thomas Keller, Winfried Tobias, Jutta Brinkschulte
Figurentheater; Ute Kahmann
Junges Tanzhaus Berlin; Livia Patrizi
Schaubude Berlin; Tim Sandweg
Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin; Christina Schulz, Alexander Riemenschneider
Theater Jaro; Katja Behounek-Pölzer, Martin Pölzer
Theater Morgenstern; Pascale Senn Koch, Daniel Koch
Theater o.N.; Dagmar Domrös, Doreen Markert, Vera Strobel
Theater Strahl; Anna Vera Kelle, Karen Giese, Matthias Kelle
Die folgenden Initiativen, Theater und Künstler*innen unterstützen dieses Schreiben:
alpha kartsaki - Musiker*in und Performer*in
Arbeitskreis Ost der Kinder - und Jugendtheater Deutschlands
Artisanen - Stefan Spitzer und Inga Schmidt
ASSITEJ e.V. - Geschäftsführerin Assitej Deutschland Anna Eitzeroth
Bridge Markland
Brotfabrik Bühne - Bühnenleitung Stefan Kreißig
Ensemble Steinitz & Kollin und rubarb dance & art - Barbara Steinitz
ErzählTheater – Sabine Kolbe
FELD Theater für junges Publikum - Gabi dan Droste
Figurentheater Grashüpfer - Alessia Ludovici
Figurentheater Kaufmann & Co.
Fliegendes Theater - Peggy Anders, Edelgard Hansen, Rudolf Schmid, Julia de Boor, Wolfgang Schneller,
Ulrike Winkelmann
florschütz & döhnert
Franziska Dittrich – Puppenspielerin
Future Move e. V.
Max Howitz
Josephine Hock - freie Puppenspielerin
JugendKulturService - Kathrin Völker-Krause, Gunnar Güldner
KJTZ Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland - Leitung Meike Fechner
Kranewit Theater - Kristina Feix & Team
LAFT - Landesverband freie darstellende Künste Berlin e. V. - für den Vorstand: Ute Kahmann
Landesverband Berlin des Deutschen Bühnenvereins - für den Vorstand: Thomas Fehrle
Puppen etc. - Christiane Klatt
PURPLE - Internationales Tanzfestival für junges Publikum - Canan Erek, Inge Zysk
Rat für die Künste Berlin
Sarah Mehlfeld - Performing Arts & Regie
Schäfer-Thieme Produktionen - Veronika Thieme
Schlossplatztheater - Birgit Grimm
supermanwoman* - Wiebke Alphei
TangramKollektiv
THEATER COUTURIER - Martina Couturier
Theater Expedition Metropolis - Paolo Grazzi, Stefan Paul Trzeciok
Ensemble Steinitz & Kollin und rubarb dance & art - Barbara Steinitz
Theater Rafael Zwischenraum - Ralf Lücke
Theater Remise, freie Produktionsstätte für zeitgenössisches Puppenspiel, Theater und Musik
Theater Susi Claus
Theater Sylvia Barth
Theaterfenster - Esther Nicklas
TheaterFusion - Susanne Olbrich
TheaterGeist - Annegret Geist
TUKI Theater & Kita, Programmleitung Isabel Feifel
Turbo Pascal GbR - für Turbo Pascal: Angela Loer, Eva Plischke, Frank Oberhäusser, Friedrich Greiling, Janina Janke
Arbeitskreis Ost der Kinder - und Jugendtheater Deutschlands
Artisanen - Stefan Spitzer und Inga Schmidt
ASSITEJ e.V. - Geschäftsführerin Assitej Deutschland Anna Eitzeroth
Bridge Markland
Brotfabrik Bühne - Bühnenleitung Stefan Kreißig
Ensemble Steinitz & Kollin und rubarb dance & art - Barbara Steinitz
ErzählTheater – Sabine Kolbe
FELD Theater für junges Publikum - Gabi dan Droste
Figurentheater Grashüpfer - Alessia Ludovici
Figurentheater Kaufmann & Co.
Fliegendes Theater - Peggy Anders, Edelgard Hansen, Rudolf Schmid, Julia de Boor, Wolfgang Schneller,
Ulrike Winkelmann
florschütz & döhnert
Franziska Dittrich – Puppenspielerin
Future Move e. V.
Max Howitz
Josephine Hock - freie Puppenspielerin
JugendKulturService - Kathrin Völker-Krause, Gunnar Güldner
KJTZ Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland - Leitung Meike Fechner
Kranewit Theater - Kristina Feix & Team
LAFT - Landesverband freie darstellende Künste Berlin e. V. - für den Vorstand: Ute Kahmann
Landesverband Berlin des Deutschen Bühnenvereins - für den Vorstand: Thomas Fehrle
Puppen etc. - Christiane Klatt
PURPLE - Internationales Tanzfestival für junges Publikum - Canan Erek, Inge Zysk
Rat für die Künste Berlin
Sarah Mehlfeld - Performing Arts & Regie
Schäfer-Thieme Produktionen - Veronika Thieme
Schlossplatztheater - Birgit Grimm
supermanwoman* - Wiebke Alphei
TangramKollektiv
THEATER COUTURIER - Martina Couturier
Theater Expedition Metropolis - Paolo Grazzi, Stefan Paul Trzeciok
Ensemble Steinitz & Kollin und rubarb dance & art - Barbara Steinitz
Theater Rafael Zwischenraum - Ralf Lücke
Theater Remise, freie Produktionsstätte für zeitgenössisches Puppenspiel, Theater und Musik
Theater Susi Claus
Theater Sylvia Barth
Theaterfenster - Esther Nicklas
TheaterFusion - Susanne Olbrich
TheaterGeist - Annegret Geist
TUKI Theater & Kita, Programmleitung Isabel Feifel
Turbo Pascal GbR - für Turbo Pascal: Angela Loer, Eva Plischke, Frank Oberhäusser, Friedrich Greiling, Janina Janke