Kinder und Jugendliche ins Zentrum der Kulturpolitik
Positionen und Handlungsempfehlungen des
Arbeitskreises Berliner Kinder- und Jugendtheater für
die Koalitionsverhandlungen
Sehr geehrte Abgeordnete,
wir gratulieren Ihnen zur Wahl und freuen uns auf den Austausch und die gemeinsame Arbeit in der neuen Legislaturperiode.
Seit 15 Jahren vereinen wir im Arbeitskreis der Berliner Kinder- und Jugendtheater Perspektiven aus den institutionell geförderten Theatern, der freien Szene sowie der mobilen Bühnen. Wir bieten Politik und Verwaltung eine strategische und praxis-orientierte Beratung für die Sicherung des Theaterangebots für junge Berliner*innen – mit 635.520 Menschen unter 18 Jahren in 2025 immerhin 16% der Gesamtbevölkerung.
Wir freuen uns über die politische Aufmerksamkeit und die parteiübergreifende Wertschätzung, die die darstellenden Künste für junges Publikum bereits in den vergangenen Legislaturen erfahren haben. Unsere Aufgaben, Resonanzräume für Kinder und Jugendliche zu öffnen, kulturelle Teilhabe kontinuierlich auszubauen und gemeinschaftliches Zusammenleben zu erproben, sind wichtiger denn je: Die multiplen Krisen unserer Zeit prägen das Aufwachsen unseres Publikums und stellen es vor enorme Herausforderungen. Um Kinder und Jugendliche in dieser Situation zu unterstützen, brauchen ihre Theater, Einrichtungen und Gruppen eine stabile Basis und müssen in ihrer Vielfalt erhalten, gestärkt und ausgebaut werden.
Wir schaffen Zugänge: Wir sind der Erstkontakt mit Theater. Wir arbeiten an der Schnittstelle zwischen Kunst, gesellschaftlicher Teilhabe und kultureller Bildung. Publikum von morgen gibt es nur, wenn es wohnortnahe Angebote gibt: Dafür schaffen wir mit unseren vielfältigen Größen, Rechtsformen und Strukturen in allen Bezirken Berlins kulturelle Erlebnisse für junges Publikum – allein die im Arbeitskreis organisierten Theater erreichen jährlich rund 420.000 Besucher*innen. Diese Vielfalt ist eine Stärke der Berliner Kinder- und Jugendtheaterszene und in ihrer Komplexität gleichzeitig eine Herausforderung für das Fördersystem.
Wir sind das Theater von morgen: Das Kinder- und Jugendtheater ist besonders innovativ, in puncto Diversität, Partizipation und Inklusion ist es oftmals beispielgebender Vorreiter. Die Kinder- und Jugendtheater sind zudem unverzichtbar für den künstlerischen Nachwuchs.
Wir praktizieren Partizipation: In unseren vermittelnden und partizipativen Formaten ermöglichen wir Selbstwirksamkeit. Eigenes künstlerisches Schaffen und Reflektieren ist für Kinder und Jugendliche entscheidend, da es Selbstbewusstsein, soziale Kompetenzen und demokratisches Handeln durch Mitbestimmung fördert.
Wir arbeiten nachhaltig: Viele unserer Stücke bleiben jahrelang im Programm. Das ist extrem nachhaltig, spiegelt sich aber nicht in unseren Budgets: Den meisten Häusern ist es nicht möglich, die Honoraruntergrenzen einzuhalten, sobald Produktionsförderungen auslaufen und die Vorstellungskosten aus den eigenen Mitteln bestritten werden müssen. In einer immer teurer werdenden Stadt führt dies zu immer weniger Vorstellungen.
In unserem Publikum zeigt sich die Vielfalt der Berliner Stadtgesellschaft: Wir arbeiten partnerschaftlich mit Schulen, Kitas und anderen Bildungseinrichtungen und erreichen so Kinder und Jugendliche aller gesellschaftlichen Gruppen. Daher können wir aber Finanzierungslücken nicht über erhöhte Eintrittspreise ausgleichen: Bereits jetzt ist jedes vierte Kind in Berlin von Armut bedroht und schon eine geringe Erhöhung würde bedeuten, dass Eltern ihre Kinder eher krankmelden, als sie zum Theaterbesuch zu schicken.
wir gratulieren Ihnen zur Wahl und freuen uns auf den Austausch und die gemeinsame Arbeit in der neuen Legislaturperiode.
Seit 15 Jahren vereinen wir im Arbeitskreis der Berliner Kinder- und Jugendtheater Perspektiven aus den institutionell geförderten Theatern, der freien Szene sowie der mobilen Bühnen. Wir bieten Politik und Verwaltung eine strategische und praxis-orientierte Beratung für die Sicherung des Theaterangebots für junge Berliner*innen – mit 635.520 Menschen unter 18 Jahren in 2025 immerhin 16% der Gesamtbevölkerung.
Wir freuen uns über die politische Aufmerksamkeit und die parteiübergreifende Wertschätzung, die die darstellenden Künste für junges Publikum bereits in den vergangenen Legislaturen erfahren haben. Unsere Aufgaben, Resonanzräume für Kinder und Jugendliche zu öffnen, kulturelle Teilhabe kontinuierlich auszubauen und gemeinschaftliches Zusammenleben zu erproben, sind wichtiger denn je: Die multiplen Krisen unserer Zeit prägen das Aufwachsen unseres Publikums und stellen es vor enorme Herausforderungen. Um Kinder und Jugendliche in dieser Situation zu unterstützen, brauchen ihre Theater, Einrichtungen und Gruppen eine stabile Basis und müssen in ihrer Vielfalt erhalten, gestärkt und ausgebaut werden.
Wir schaffen Zugänge: Wir sind der Erstkontakt mit Theater. Wir arbeiten an der Schnittstelle zwischen Kunst, gesellschaftlicher Teilhabe und kultureller Bildung. Publikum von morgen gibt es nur, wenn es wohnortnahe Angebote gibt: Dafür schaffen wir mit unseren vielfältigen Größen, Rechtsformen und Strukturen in allen Bezirken Berlins kulturelle Erlebnisse für junges Publikum – allein die im Arbeitskreis organisierten Theater erreichen jährlich rund 420.000 Besucher*innen. Diese Vielfalt ist eine Stärke der Berliner Kinder- und Jugendtheaterszene und in ihrer Komplexität gleichzeitig eine Herausforderung für das Fördersystem.
Wir sind das Theater von morgen: Das Kinder- und Jugendtheater ist besonders innovativ, in puncto Diversität, Partizipation und Inklusion ist es oftmals beispielgebender Vorreiter. Die Kinder- und Jugendtheater sind zudem unverzichtbar für den künstlerischen Nachwuchs.
Wir praktizieren Partizipation: In unseren vermittelnden und partizipativen Formaten ermöglichen wir Selbstwirksamkeit. Eigenes künstlerisches Schaffen und Reflektieren ist für Kinder und Jugendliche entscheidend, da es Selbstbewusstsein, soziale Kompetenzen und demokratisches Handeln durch Mitbestimmung fördert.
Wir arbeiten nachhaltig: Viele unserer Stücke bleiben jahrelang im Programm. Das ist extrem nachhaltig, spiegelt sich aber nicht in unseren Budgets: Den meisten Häusern ist es nicht möglich, die Honoraruntergrenzen einzuhalten, sobald Produktionsförderungen auslaufen und die Vorstellungskosten aus den eigenen Mitteln bestritten werden müssen. In einer immer teurer werdenden Stadt führt dies zu immer weniger Vorstellungen.
In unserem Publikum zeigt sich die Vielfalt der Berliner Stadtgesellschaft: Wir arbeiten partnerschaftlich mit Schulen, Kitas und anderen Bildungseinrichtungen und erreichen so Kinder und Jugendliche aller gesellschaftlichen Gruppen. Daher können wir aber Finanzierungslücken nicht über erhöhte Eintrittspreise ausgleichen: Bereits jetzt ist jedes vierte Kind in Berlin von Armut bedroht und schon eine geringe Erhöhung würde bedeuten, dass Eltern ihre Kinder eher krankmelden, als sie zum Theaterbesuch zu schicken.
Wir fordern:
- Kinder und Jugendliche müssen in einer zukünftigen Kulturentwicklungsplanung von Anfang an mitgedacht werden.
- Die Stärkung der Kinder- und Jugendtheater muss wieder als kulturpolitische Schwerpunktsetzung in den neuen Koalitionsvertrag aufgenommen werden.
- Theater und Tanz für junges Publikum muss dieselben Produktionsbedingungen und Mittel wie Theater für erwachsenes Publikum erhalten. Kinder- und Jugendtheater müssen in die Lage versetzt werden, Tarif- und Honorarverordnungen bzw. Honoraruntergrenzen konsequent einhalten zu können. Allein die im Arbeitskreis organisierten Einrichtungen benötigen hierfür zusätzliche Mittel in Höhe von 1.750.000,00 €.
- Bestehende Räume müssen gesichert, dezentrale Spiel-, Produktions- und Aufführungsstätten weiter ausgebaut werden.
- Der Etat des JugendKulturServices muss erhöht werden, um Theaterbesuche für Schulen und Kitas bezahlbar zu halten. Insbesondere die Freikartenregelung für Begleitpersonen sowie die Besucher*innenförderung von derzeit nur 2 € pro Ticket müssen dringend an die real gestiegenen Ticketpreise angepasst werden. Dafür bedarf es einer Erhöhung um 220.000,00 €.
- Für Kontinuität und eine angemessene Größe des Angebots für Kinder und Jugendliche muss eine größere Unabhängigkeit der künstlerischen Arbeit von Drittmitteln, eine anteilige Berücksichtigung des Kinder- und Jugendtheaters bei Förderentscheidungen in allen verfügbaren Instrumenten sowie eine unbürokratische Drittmittelbeantragung und -bewirtschaftung erreicht werden.
Wir hoffen auf Ihr Engagement und stehen gerne für Gespräche zur Verfügung!
Für den Arbeitskreis der Berliner Kinder- und Jugendtheater:
Atze Musiktheater; Thomas Sutter, Katja Dittmann
Das Weite Theater; Björn Langhans
Grips Theater; Natalie Driemeyer, Thomas Keller, Winfried Tobias, Jutta Brinkschulte
Figurentheater; Ute Kahmann
Junges Tanzhaus Berlin; Livia Patrizi
Schaubude Berlin; Tim Sandweg
Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin; Christina Schulz, Alexander Riemenschneider, Markus Winterstein
Theater Jaro; Katja Behounek-Pölzer, Martin Pölzer
Theater Morgenstern; Pascale Senn Koch, Daniel Koch
Theater o.N.; Dagmar Domrös, Doreen Markert, Vera Strobel
Theater Strahl; Anna Vera Kelle, Karen Giese, Matthias Kelle
Das Weite Theater; Björn Langhans
Grips Theater; Natalie Driemeyer, Thomas Keller, Winfried Tobias, Jutta Brinkschulte
Figurentheater; Ute Kahmann
Junges Tanzhaus Berlin; Livia Patrizi
Schaubude Berlin; Tim Sandweg
Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin; Christina Schulz, Alexander Riemenschneider, Markus Winterstein
Theater Jaro; Katja Behounek-Pölzer, Martin Pölzer
Theater Morgenstern; Pascale Senn Koch, Daniel Koch
Theater o.N.; Dagmar Domrös, Doreen Markert, Vera Strobel
Theater Strahl; Anna Vera Kelle, Karen Giese, Matthias Kelle